Union vs. Dortmund

Deshalb kam es zum Polizei-Einsatz im BVB-Block

Der Sensationssieg von Aufsteiger Union gegen Dortmund wird überschattet von Ausschreitungen zwischen Fans und der Polizei.

Die Polizei bildet an der Plexiglaswand einen zusätzlichen Wall, um BVB-Fans fernzuhalten.

Die Polizei bildet an der Plexiglaswand einen zusätzlichen Wall, um BVB-Fans fernzuhalten.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Der Sensationssieg des 1. FC Union gegen Borussia Dortmund (3:1) am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga hat landesweit für Aufsehen gesorgt. Nicht nur wegen des Resultates, sondern leider auch wegen der Ausschreitungen zwischen Gäste-Fans und der Polizei im BVB-Block. Dabei spielten acht Union-Anhänger auf dem Dach der Alten Försterei eine nicht unwesentliche Rolle.

Was war passiert? Vor Anpfiff der Partie feierten die Union-Fans noch einmal sich selbst und den Aufstieg in die Bundesliga. Dabei wurde von jenen acht Union-Fans auch ein riesiges Transparent vom Dach über dem Union-Fanblock herabgelassen.

Um das Dach nach der Choreographie wieder verlassen zu können, mussten jene Union-Fans über das Dach auf die andere Seite des Stadions, da der Abstieg ausschließlich über den Bereich der Gäste-Fans möglich ist.

BVB-Anhänger wollten Union-Fans „empfangen“

Ein Teil der BVB-Anhänger wurde darauf aufmerksam und machte sich daran, die Unioner entsprechend zu „empfangen“. Um die Auseinandersetzung zwischen beiden Fan-Lagern zu verhindern, schritt die Polizei ein und nahm „drei Fans der Gastmannschaft fest, woraufhin weitere Gästefans versuchten, die Festgenommenen zu befreien. Diese Gefangenenbefreiung konnte nur durch den Einsatz von Reizgas verhindert werden“, heißt es in einer Polizeimitteilung.

Inzwischen hatten sich rund 100 Union-Anhänger aus ihrem Bereich auf der Waldseite der Alten Försterei in Richtung Gästeblock aufgemacht, konnten aber durch Ordnungskräfte im Stadion und Polizei daran gehindert werden, die Abgrenzung der Fan-Bereiche zu passieren.

Um weitere Auseinandersetzungen zu verhindern, bildete die Polizei eine Trennlinie an der Plexiglaswand, die Heim- und Gäste-Bereich im Stadion voneinander trennt. Beide Fan-Gruppen standen sich dort bereits gegenüber, provozierten sich gegenseitig, schlugen und traten auf das Plexiglas ein.

Union muss reagieren

Laut Polizei wurden 23 Strafermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Gefangenenbefreiung, Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Beleidigung. Neun Personen wurden vorläufig festgenommen, um ihre Personalien festzustellen.

Ein Vorfall, den Union nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Die Vorkommnisse gegen Dortmund haben gezeigt, dass es dringend einen weiteren Abstieg von Dach weit ab des Gästeblocks geben muss, sollen solche Choreographien weiter stattfinden.

Ansonsten bleibt nur die Alternative, Aktionen, die über das Stadiondach realisiert werden sollen, aus Sicherheitsgründen grundsätzlich zu verbieten. Angesichts der von nahezu allen Fan-Lagern gepflegten Rivalität (bis hin zur offenen Feindschaft) ist ein Umdenken dort wohl ausgeschlossen.

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