Tödlicher Unfall

Nach tödlichem Unfall - Schweigeminute in der Formel 1

Die Formel 1 gedenkt am Sonntag in Spa Anthoine Hubert. Der 22-Jährige war am Vortag in der Formel 2 tödlich verunglückt.

Am Eingang der Rennstrecke in Spa-Francorchamps ist ein Transparent mit dem Bild des verstorbenen französischen Rennfahrers Anthoine Hubert angebracht. Das Formel-2-Rennen am Sonntag wurde am Vortag wegen des tödlichen Unfalls von Hubert abgesagt.

Am Eingang der Rennstrecke in Spa-Francorchamps ist ein Transparent mit dem Bild des verstorbenen französischen Rennfahrers Anthoine Hubert angebracht. Das Formel-2-Rennen am Sonntag wurde am Vortag wegen des tödlichen Unfalls von Hubert abgesagt.

Foto: Remko De Waal / dpa

Spa-Francorchamps.  Die Formel 1 gedenkt des am Sonnabend tödlich verunglückten Formel-2-Piloten Anthoine Hubert vor dem Grand Prix von Belgien mit einer Schweigeminute. Das geht aus dem am Sonntagmorgen veröffentlichen neuen Ablaufplan für das Rennen in Spa-Francorchamps hervor. Die Schweigeminute ist für 14.53 Uhr geplant, der Große Preis startet planmäßig um 15.10 Uhr. Eine Absage oder Verschiebung des Rennens kam trotz der tragischen Ereignisse am Vortag nicht in Frage.

Der 22 Jahre alte Franzose Hubert war an den Folgen seiner schweren Verletzungen nach einem schlimmen Unfall am frühen Samstagabend noch an der Rennstrecke gestorben. Auch vor dem Rennen der Formel 3 gibt es um 10.50 Uhr bereits eine erste Schweigeminute. Der ursprünglich für Sonntag geplante Sprintwettbewerb der Formel 2 wurde als einziges Rennen abgesagt.

Hubert hatte bei dem Rennen aus noch ungeklärter Ursache die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war nach der Eau-Rouge-Kurve in die Begrenzung gekracht. Sein Bolide wurde zurück auf die Strecke geschleudert und mit voller Wucht vom Auto des Amerikaners Juan Manuel Correa erfasst.

Correa rammte Huberts Wagen mit 270 Stundenkilometern

Der US-Amerikaner war in der Highspeed-Passage Raidillon mit rund 270 Kilometern pro Stunde unterwegs, als er in den Wagen von Hubert einschlug. Während sich der 20 Jahre alte Correa überschlug und sein Fahrzeug kopfüber auf der Strecke liegenblieb, wurde Huberts Bolide in drei Teile zerrissen, die Überlebenszelle des Fahrers auf der linken Seite völlig zerfetzt. Hubert wurde im Medical Center an der Strecke um 18.35 Uhr für tot erklärt.Eine genaue Untersuchung des Vorfalls soll folgen.

Correas Zustand ist laut Automobil-Weltverband FIA „ernst, aber stabil“. Der 20-Jährige hatte bei dem Unglück, das Hubert das Leben kostete, Brüche an beiden Beinen und eine leichte Verletzung an der Wirbelsäule erlitten. Er wurde noch am Sonnabend im Krankenhaus in Lüttich operiert. Correa war in der Auslaufzone der Eau-Rouge-Senke in der Highspeed-Passage Raidillon mit ca. 270 km/h in das quer zur Fahrbahn stehende Auto von Hubert gerast. Huberts Wagen wurde dabei in drei Teile zerrissen, die Überlebenszelle des Fahrers auf der linken Seite komplett zerfetzt.

Lewis Hamilton: „Alle diese Fahrer riskieren ihr Leben“

„Alle diese Fahrer riskieren ihr Leben, sobald sie auf die Strecke gehen. Das muss mit mehr Ernsthaftigkeit anerkannt werden, denn das wird nicht getan“, schrieb Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton in einem emotionalen Post bei Instagram und fand starke Worte für den verunglückten Hubert: „Anthoine ist für mich ein Held, weil er dieses Risiko eingegangen ist, um seine Träume zu verwirklichen.“

Das Hauptrennen der wichtigsten Nachwuchsserie wurde zunächst unter- und kurz darauf abgebrochen. Der Motorsport-Weltverband FIA erklärte, dass Hubert seinen Verletzungen um 18.35 Uhr erlag. Er verstarb im medizinischen Zentrum an der Rennstrecke und konnte nicht einmal mehr in ein Krankenhaus gebracht werden.

Anthoine Hubert galt als großer Hoffnungsträger

Der in Lyon geborene Hubert galt als großer Hoffnungsträger des französischen Motorsports nach den Formel-1-erfahrenen Fahrern Pierre Gasly und Esteban Ocon. Im Vorjahr krönte sich Hubert zum Meister in der GP3 und war bereits Teil des Nachwuchsprogramms beim Formel-1-Team Renault. Es in die Königsklasse zu schaffen, war sein großer Traum - und durchaus realistisch. Vor seinem letzten Rennen war er der bestplatzierte Neuling in der Formel 2. Das Talent konnte schon die Sprintrennen in Monaco und Frankreich gewinnen, lag als Rookie auf dem starken achten Rang der Gesamtwertung.

„Ich kann es nicht glauben. Wir waren im gleichen Alter, wir haben zusammen mit dem Rennen angefangen und jahrelang auf der Strecke gegeneinander gekämpft“, twitterte Landsmann Ocon und postete ein gemeinsames Foto. Das tat auch Ferrari-Fahrer Charles Leclerc, der Formel-1-Teamkollege von Sebastian Vettel. „Ich kann es nicht glauben. Ruhe in Frieden“, postete der Monegasse bei Instagram.

Mick Schumacher passierte die Stelle wenige Sekunden vor dem Unglück

Mick Schumacher war in den Unfall nicht verwickelt und konnte die Szene aus seinem Cockpit auch nicht sehen. Der 20 Jahre alte Sohn von Michael Schumacher passierte die Stelle Sekunden vor dem Unglück und blieb unbeschadet. .

Schwere Unfälle gibt es im Motorsport zwar häufiger, der Tod Huberts in Spa-Francorchamps stellte jedoch den schlimmsten Rennunfall bei einer FIA-Veranstaltung seit dem Formel-1-Rennen im Herbst 2014 in Japan dar. In Suzuka hatte der Franzose Jules Bianchi schwerste Kopfverletzungen erlitten und starb nach langer Zeit im Koma im Sommer des folgenden Jahres in Nizza.