Formel 1

Hamilton hat mit Spa noch eine Rechnung offen

Während die Formel 1 aus der Sommerpause zurückkehrt, geht für den Mercedes-Piloten die Jagd nach dem sechsten WM-Titel weiter.

Lewis Hamilton will sich in Spa nicht wie im Vorjahr von der Konkurrenz aus dem Ferrari-Lager vorführen lassen.

Lewis Hamilton will sich in Spa nicht wie im Vorjahr von der Konkurrenz aus dem Ferrari-Lager vorführen lassen.

Foto: PHOTO4Lapresse / dpa

Spa. Das Lenkrad gibt Lewis Hamilton eigentlich nie aus der Hand, für Darth Steve hat er eine Ausnahme gemacht. „Er steht total auf Autos und Rennen“, schreibt der Formel-1-Weltmeister zu einem Video, das ihn mit seinem zwei Jahre alten Patensohn in einem Golfkart zeigt. Darth Steve lenkt das kleine Gefährt erstaunlich sicher über den Platz, auch wenn sein prominenter Patenonkel eine ganz andere Karriere für ihn plant: „Ich möchte, dass er Astronaut wird, dann kann er mich später ins All fliegen.“

Es ist eine von vielen Urlaubs-Aktivitäten, an denen Lewis Hamilton seine Anhänger in den sozialen Medien teilhaben lässt. Faulenzen an einem malerischen Sandstrand, ein paar Tage mit Darth Steve und dessen Familie und ein Ausflug in die geliebte Modebranche. Um „das Ende des Sommers“ zu feiern, habe er eigens für Spa eine Basecap „in frischem Beach-Gras-Grün designt“, schrieb Hamilton und postete natürlich auch das passende Foto dazu.

Vettel feierte in Spa seinen bislang letzten Sieg

Nun ist erstmal wieder Schluss mit lustig. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Spa-Francorchamps geht Hamiltons Jagd auf den WM-Titel 2019 am Sonntag (15.10 Uhr, RTL und Sky) in die elfte Runde. Mercedes und sein Sternfahrer Nummer eins haben mit der Strecke in den Ardennen noch eine Rechnung offen, denn im Vorjahr wurden sie von Sieger Sebastian Vettel – bei seinem bislang letzten Grand-Prix-Sieg – und Ferrari zum Teil regelrecht vorgeführt.

„In Spa ist es besonders schwierig, das richtige Setup zu finden“, sagte Mercedes-Teamchef Christian Wolff: „Die Strecke ist eine fordernde Mischung aus langen Geraden, verschiedenen Kurvengeschwindigkeiten und erheblichen Höhenunterschieden.“ Zudem sei bekanntlich „das Wetter unberechenbar, was die einzelnen Sessions besonders interessant machen kann“.

Teamkollege Bottas bleibt ein weiteres Jahr

Während die meisten Teammitglieder in den knapp vier Wochen seit dem letzten WM-Rennen in Ungarn den Akku für die zweite Halbzeit der Saison aufluden, wurde in Brixworth (England) kräftig weiter an der Entwicklung des Motors und dem Design der Autos von Hamilton und Valtteri Bottas, der jetzt für ein weiteres Jahr der zweite Mann im Silberpfeil sein wird, getüftelt. „Dort wurde durchgearbeitet, um die Leistung und die Zuverlässigkeit unserer Antriebseinheit zu verbessern“, sagte Wolff: „Die Jungs haben für uns den Ball im Spiel gehalten.“

Mercedes und Hamilton kommen als Spitzenreiter der Konstrukteurs- und Fahrerwertung nach Spa. „Wir führen beide Rankings an, obwohl es sich nicht so anfühlt“, sagte Wolff, der natürlich sehr genau weiß, wie stark Ferrari 2018 in Spa war. Dass die Roten in dieser Saison bisher nicht wie erwartet ins Rollen kamen, ist für Wolff überhaupt kein Argument: „Wir haben keinen Grund, uns zurückzulehnen.“

Teamchef Wolff setzt auf das Mercedes-Gesamtpaket

Auf den langen Geraden und in den schnellen Kurven von Spa ist nämlich vor allem Topspeed gefragt, und damit hatte Mercedes im bisherigen Saisonverlauf durchaus einige Probleme. „Ferraris Performance auf den Geraden ist extrem stark“, gab Wolff zu, wohlwissend, dass Mercedes bisher das beste Gesamtpaket hatte.

Und einen Weltmeister, der immer Hunger auf mehr hat. „Ich liebe das Rennfahren, ich liebe den Wettbewerb so sehr, es gibt noch so viele Siege zu holen“, sagte Hamilton in Ungarn. Und damit meinte der Brite sicher nicht die Siege auf der Kartbahn.