Reitsport

Deutsche Springreiter feiern EM-Silber

Die deutschen Springreiter haben bei der EM in Rotterdam die Silbermedaille geholt. Nach einem packenden Finale ging Gold an Belgien.

Weltmeisterin Simone Blum aus Deutschland kassierte im Teamwettbewerb mit ihrer Stute Alice erstmals vier Strafpunkte.

Weltmeisterin Simone Blum aus Deutschland kassierte im Teamwettbewerb mit ihrer Stute Alice erstmals vier Strafpunkte.

Foto: Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Rotterdam. Die deutschen Springreiter haben bei der Europameisterschaft in Rotterdam die Goldmedaille im Teamwettbewerb knapp verpasst. Das Quartett um Weltmeisterin Simone Blum mit Alice gewann am Freitag aber Silber und feierte. Die 30-Jährige kassierte in der insgesamt dritten Runde der EM mit ihrer Stute erstmals vier Strafpunkte, doch ihre Kollegen retteten die Silbermedaille hinter Belgien.

„Der Sieg für Belgien geht voll in Ordnung“, sagte Bundestrainer Otto Becker: „Mit Silber sind wir auch zufrieden.“„Das war Teamwork“, meinte der Coach, zu dessen Quartett außerdem Marcus Ehning mit Comme Il Faut, Daniel Deußer mit Tobago und Christian Ahlmann mit Clintrexo gehörten. Den bisher letzten Sieg für Deutschland hatte es 2011 in Madrid gegeben.

Die letzte Runde des Teamwettbewerbs begann mit einem Schreck

Die dritte und letzte Runde des Teamwettbewerbs begann mit einem unerwarteten Schreck. Die zuvor so zuverlässige und zwei Mal fehlerfreie Blum kassierte mit Alice vier Strafpunkte. „Der Fehler ist teuer“, kommentierte die 30-Jährige aus Zolling den Abwurf: „Das schießt einen nach hinten.“

Für ihre drei Kollegen erhöhte sich dadurch der Druck, sie sollten „es reiterlich besser machen“, hoffte die Startreiterin.„Ich bin einfach schlecht in die Kombination reingekommen“, erklärte Blum den Abwurf: „Es war sehr eng.“ Den Fehler „nehme ich auf meine Kappe“, sagte die Reiterin, die vor einem Jahr in den USA überraschend Weltmeisterin geworden war.

„Wir haben uns ein bisschen durchgemogelt“

Nach Blum ritt Christian Ahlmann in den Parcours, und der 44-Jährige aus Marl behielt die Nerven und ritt mit seinem Hengst Clintrexo knapp an einem Abwurf vorbei. Der Routinier, der am Vortag acht Strafpunkte kassiert hatte, erhielt dadurch die Chance auf eine vordere Platzierung. „Der Druck war hoch und die Konzentration auch“, kommentierte der Doppel-Europameister von 2003 und sagte zu seinem Ritt: „Wir haben uns ein bisschen durchgemogelt. Wir hatten heute das Glück, das wir gestern nicht hatten.“

Auch Marcus Ehning ritt mit der Belastung der zwei Abwürfe vom Vortag in den Parcours, und der 45-Jährige aus Borken kam mit seinem Hengst Comme Il Faut wie Ahlmann ohne Strafpunkt durch den Parcours. Damit war die Medaille schon vor dem Ritt von Daniel Deußer sicher. „Ob das nur Routine war, weiß ich nicht“, sagte Ehning grinsend: „Ein bisschen Qualität des Reiters ist dabei und natürlich die Qualität des Pferdes.“

Isabell Werth will am Sonnabend ihr 20. EM-Gold holen

In der Dressur gab es zuvor schon zwei Entscheidungen mit zwei Goldmedaillen für Isabell Werth in der Teamwertung und im Grand Prix Special am Donnerstagabend. Der 19. EM-Goldmedaille will die erfolgreichste Reiterin der Welt am Sonnabend (15 Uhr) in der Kür die Nummer 20 folgen lassen. „Ich weiß, dass mit Bella Rose alles möglich ist“, sagte die 50 Jahre alte Dressurreiterin: „Es liegt an mir, es möglich zu machen.“

In der Kür wird ein ähnlicher Zweikampf erwartet wie im Grand Prix Spezial, als Werth im Sattel von Bella Rose knapp vor der gleichaltrigen Dorothee Schneider aus Framersheim mit Showtime gewann. „Da sind die beiden alten Frauen vorne, super“, scherzte die Siegerin nach ihrem erneuten Triumph und fügte mit Blick auf die Kür an: „Da können wir weitermachen.“