Pferdesport

19. EM-Titel für Dressur-Gigantin Isabell Werth

Bei der Reit-EM in Rotterdam triumphierte die 50-Jährige mit ihrer Stute Bella Rose.

Isabell Werth reckt triumphierend die Faust in die Höhe

Isabell Werth reckt triumphierend die Faust in die Höhe

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Isabell Werth riss die rechte Faust in die Höhe, die atemlose, knisternde Spannung im Stadion entlud sich in einem einzigen Jubelschrei: Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit gewann Deutschlands Dressur-Königin im Grand Prix Special von Rotterdam den 19. EM-Titel ihrer Karriere. Mit erhobenen Armen, das Publikum immer wieder animierend, verließ Werth das Stadion, wohl wissend, dass es ihr wieder mal gelungen war, alle auf Distanz zu halten. „Ist das nicht geil, ist das nicht riesig?“, freute sich Werth.

Wie immer, wenn es darauf ankommt, hob Werth ihr Niveau auf ein neues Level, dennoch spürte sie die Konkurrenz aus dem eigenen Lager dicht im Nacken. Mit nur einem Prozentpunkt Rückstand gewann Dorothee Schneider mit Showtime Silber. „Das Gefühl war sensationell“, kommentierte Schneider ihren Ritt. „Er war super konzentriert“, berichtete die 50-Jährige aus Framersheim. Dass es nicht zu Gold gereicht hat, „das ist mir heute egal. Ich bin super happy.“ „Das ist gewaltig“, kommentierte Equipe-Chef Klaus Roeser das packende Finish mit den Plätzen eins und zwei für Deutschland. „Es war sensationell von beiden. Und es war wirklich spannend bis zum Schluss.“

Nicht zufrieden war Jessica von Bredow-Werndl. Die 33-Jährige aus Tuntenhausen machte mit Dalera zu viele kleine Fehler. „Die Fehler gehen auf meine Kappe“, sagte sie nach ihrem Ritt mit 78,541 Prozent: „Das ist nicht so wie erwartet.“ Immerhin erreichte die Reiterin aus Bayern noch die Kür am Sonnabend, weil sie besser war als der enttäuschende Sönke Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo (78,116).

Wenige Stunden zuvor hatten die deutschen Springreiter im ersten Umlauf des Nationenpreises eine gute Grundlage für den entscheidenden Durchgang am Freitag gelegt. „Das war sehr spannend, noch ist alles drin“, sagte der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum, nachdem die letzte Nullrunde von Daniel Deußer Platz zwei im Nationenpreis gesichert hatte.