Motorsport

Die DTM steht vor großen Herausforderungen

Jubiläum in der Lausitz: Für die Rennserie geht es in Zukunft vor allem darum, sich international besser zu positionieren.

Die Audi-Piloten Nico Müller (vorn) und René Rast liegen in der Gesamtwertung vorn.

Die Audi-Piloten Nico Müller (vorn) und René Rast liegen in der Gesamtwertung vorn.

Foto: Dan Istitene / Getty Images

Berlin. Jubiläen wie das anstehende 500. Rennen der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM) am Wochenende auf dem Lausitzring (Sonnabend und Sonntag ab 13 Uhr live bei Sat.1) lenken den Blick in die Vergangenheit. All die tollen Momente noch einmal Revue passieren lassen. Wichtiger ist aber der Blick nach vorn. Und da türmen sich die zu lösenden Aufgaben regelrecht auf. Diese Situation ist nicht neu in der DTM-Geschichte, sondern hat zur positiven Entwicklung beigetragen, weil man ein gemeinsames Ziel hatte. Die Herausforderungen nun sind aber besondere.

Herausforderung eins - die Formel E: Die Elektro-Autos sind DTM-Chef Gerhard Berger ein Dorn im Auge, nicht zuletzt, weil sich mit Saisonbeginn 2019 Mercedes aus der DTM verabschiedet hat. Neben den Stuttgartern engagieren sich ab der kommenden Saison noch Audi, BMW, Jaguar, Porsche und Renault in der Formel E. Doch der 59-jährige Österreicher, der zehn Rennen in der Formel eins gewonnen hat, nimmt es sportlich: „Automobilhersteller wollen und müssen technische Kompetenz zeigen. Die Elektromobilität ist ein wesentlicher Teil davon. Ihren sportlichen Wert verglichen zum traditionellen Motorsport sehe ich noch nicht, eher ihr Potenzial im Bereich Marketing. Die DTM ist dagegen Rennsport pur.“ Für Berger steht aber fest: „Sowie die E-Autos Vorteile auf der Rennstrecke bringen, wird ihre Bedeutung zunehmen.“

Spannendes Duell mit den Japanern

Herausforderung zwei - internationale Expansion: Der finanzielle Aufwand für die in der DTM momentan aktiven Hersteller Audi, BMW und Aston Martin erfordert pro Saison eine zweistellige Millionensumme. Der wirtschaftliche Wettbewerb ist global, der sportliche soll es weitgehend werden. Am 24. und 25. November kommt es in Fuji/Japan zum ersten aussagekräftigen Aufeinandertreffen zwischen mindestens zwölf DTM-Autos und solchen aus der technisch kompatiblen japanischen Super GT-Serie. „Ich freue mich sehr auf das Aufeinandertreffen. Ich denke, es wird absolut interessant, und ich hoffe auch, dass das Projekt nachhaltig und ausbaufähig ist“, sagt Berger. Bereits beim DTM-Finale am ersten Oktober-Wochenende werden voraussichtlich drei Japan-Teams in Hockenheim am Start stehen.

Herausforderung drei - eine Namensänderung: Die Marke DTM repräsentiert einigen Protagonisten nicht genug die internationale Wertigkeit der Rennserie. 2020 soll es einen neuen Namen geben. Das ist nicht unumstritten. In der Saison 1996 firmierte die DTM parallel unter ITC (International Touring Car Championship). Berger gegenüber „motorsport aktuell“: „Ein neuer Name muss eine Wertsteigerung bringen. Die DTM hat viele treue Fans, von denen man keinen verlieren darf.“ Und BMW-Sportchef Jens Marquardt fügte hinzu: „ITC war keine optimale Umsetzung. Ich denke aber, dass alle aus den Fehlern gelernt haben.“

Audi liegt klar in Front

Herausforderung vier - Anzahl der Rennen: Eine Saison von Anfang Mai bis Anfang Oktober, neun Wochenenden mit 18 Rennen, ist kurz. Bei steigender Internationalität wird die Balance zwischen dem Stammpublikum in Deutschland (momentan zehn Rennen) und Auslandsveranstaltungen deutlich komplizierter.

Unkompliziert stellt sich die sportliche Ausgangslage vor dem Rennwochenende in der Lausitz dar. Die Audi-Piloten René Rast und Nico Müller (206 und 169 Punkte) führen vor Marco Wittmann (BMW, 147). Die Markenwertung wird Audi bei 710 Punkten (BMW 426, Aston Martin 44) nicht zu nehmen sein.