Sportklettern

Erster deutscher Kletterer für Olympia qualifiziert

Für Alexander Megos erfüllt sich in Japan bei der WM ein Traum. In einem Jahr kann er die olympische Premiere seiner Sportart erleben.

Alexander Megos steht im WM-Finale des Olympic Combined.

Alexander Megos steht im WM-Finale des Olympic Combined.

Foto: TORU HANAI / Getty Images

Hachioji. Sportkletterer Alex Megos hat sich mit einer herausragenden Leistung für das Debüt seiner Sportart bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio qualifiziert. Bei den Weltmeisterschaften im japanischen Hichioji zog der 26 Jahre alte Erlanger, der zuvor in den Einzelwettbewerben schon Silber in der Disziplin Lead gewonnen hatte, am Montag als Bester in das Achter-Finale des Kombinationswettbewerbs ein. „Das ist wirklich krass, wirklich abgefahren“, sagte Megos.

Die ersten sieben des Final-Wettkampfs am Mittwoch sind bei Olympia automatisch startberechtigt, da aber unter den acht Finalisten drei Japaner sind und jede Nation lediglich zwei Teilnehmer zu Olympia schicken darf, ist Megos die Teilnahme im kommenden Jahr in Tokio bereits sicher. „Jetzt kann ich das Finale am Mittwoch ganz entspannt angehen“, sagte er zufrieden. Megos gilt als einer der drei besten Kletterer weltweit am Naturfels.

In Tokio werden lediglich im Olympic Combined, bei dem die Disziplinen Speed, Bouldern und Lead an einem Tag geklettert werden, Medaillen vergeben. Megos hat in diesem Wettbewerb beste Chancen – trotz seiner Schwäche im von ihm ungeliebten Speed. Im schnellstmöglichen Aufstieg an einer 15 Meter hohen genormten Wand belegte er in der Qualifikation Rang 17, in den Disziplinen Bouldern und Lead war er jeweils der Beste der für die Qualifikation zugelassenen 20 Starter.

Zwei Deutsche verpassen das Finale

„Ganz ehrlich“, sagte Megos nach der Qualifikation, „mit diesem Ergebnis hätte ich selbst am allerwenigsten gerechnet, insbesondere beim Bouldern. Die Chance, dass ich dort unter die ersten Drei komme, war minimal.“ Doch beim Klettern in Absprunghöhe ohne Seil war er dann ebenso herausragend wie anschließend beim Lead, dem sogenannten Vorstieg mit Seil. Der mitfavorisierte Tscheche Adam Ondra erlebte dagegen ein Debakel und verpasste auf Rang 18 das Finale deutlich.

Nicht so gut lief es für Megos’ Mannschaftskollegen. Yannick Flohe (Essen), der zuvor in den Einzelwettbewerben Bronze im Bouldern gewonnen hatte, sowie Jan Hojer (Köln), WM-Dritter 2018 im Olympic Combined, verfehlten das Achter-Finale auf den Rängen elf und 17. Sie haben jedoch noch die Möglichkeit, sich den zweiten freien Olympiastartplatz Ende November bei einem Wettkampf in Toulouse (Frankreich) oder bei der EM im April 2020 in Moskau (Russland) zu erklettern.