Im Überblick

Die Finals Berlin 2019: Die größte Meisterfeier aller Zeiten

„Die Finals – Berlin 2019“ vereinen 10 Deutsche Meisterschaften. Berlin lädt zu einem Sportwochenende der Superlative. Ein Überblick.

Triathlon-Star Patrick Lange ist in Berlin ebenfalls dabei.

Triathlon-Star Patrick Lange ist in Berlin ebenfalls dabei.

Foto: Peter Hartenfelser / imago/Hartenfelser

Berlin. Das gab es noch nie! Zehn Sportarten bündeln ihre deutschen Meisterschaften und verbreiten in Berlin für ein Wochenende das Gefühl von Olympischen Spielen im Kleinformat. Am 3. und 4. August wird die Hauptstadt zur ultimativen Sportstadt. Fast 3400 Athleten kämpfen um 202 Titel, dazu veranstaltet der Landessportbund Berlin sein Familiensportfest, bei dem rund 80.000 Besucher im Olympiapark erwartet werden. ARD und ZDF übertragen gut 20 Stunden live von den Finals 2019, in den Livestreams können alle Wettkämpfe komplett verfolgt werden. Die Morgenpost zeigt Ihnen auf einen Blick, was wo passiert bei den Multi-Meisterschaften.

Schaulaufen der Leichtathletik-Elite

Für die Leichtathleten geht es bei den deutschen Meisterschaften nicht nur um Titel und Medaillen. Im Olympiastadion kämpft der eine oder andere der 1000 gemeldeten Athleten auch noch um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Doha (28. September bis 6. Oktober). Wer die Norm schon erfüllt hat, wie etwa Sprinterin Gina Lückenkemper (SCC Berlin) oder die Speerwerfer Thomas Röhler (Jena) und Titelverteidiger Andreas Hofmann (Heidelberg), für den sind die Finals am Sonnabend und Sonntag (Vorkämpfe vormittags, Entscheidungen ab 15.10 Uhr) eine wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zum Saisonhöhepunkt. Und die will sich keiner entgehen lassen. Das Starterfeld ist hochkarätig besetzt, Deutschlands Leichtathletik-Elite gibt sich – ein Jahr nach der EM im Olympiastadion – in Berlin die Ehre.

Triathleten starten im Strandbad Wannsee

Die Triathleten gehören am Finals-Wochenende zu den Frühaufstehern. Schon um 8 Uhr fallen die ersten Startschüsse. Jedermänner und Profis sind am Start. Letztere suchen über die Sprintdistanz ihre Meister. Los geht es mit dem Schwimmen (750 Meter) im Strandbad Wannsee, ehe die 20 Kilometer lange Radstrecke über die Havelchaussee zum Olympiapark führt. Dort werden die Laufschuhe für die abschließende Fünf-Kilometer-Runde geschnürt. Das Ziel ist für Frauen (Sonnabend ab 10.15 Uhr) und Männer (Sonntag ab 10.30 Uhr) am Olympiastadion.

Moderne Fünfkämpfer im Olympiapark

An ihnen wird im Olympiapark kein Vorbeikommen sein: Die Modernen Fünfkämpfer um Berlins Staffel-Weltmeisterin Annika Schleu und den deutschen Meister Marvin Dogue (Brandenburg) tragen ihre Wettkämpfe im Forumbad (Schwimmen), im Landesleistungszentrum (Fechten), im Reiterstadion auf dem Maifeld und auf dem Olympischen Platz (abschließender Laserpistolen-Run) aus. Während die Männer am Sonnabend um 8 Uhr starten, sind die Frauen einen Tag später um die gleiche Uhrzeit gefragt. Dass die Titelkämpfe rund ums Olympiastadion stattfinden, kommt den Athleten entgegen. Finden ihre Meisterschaften sonst eher ohne allzu viel Aufmerksamkeit statt, hoffen die Fünfkämpfer nun darauf, dass sie vom medialen Interesse an der Großveranstaltung ebenso profitieren können.

Im Kuppelsaal fliegen die Fäuste

Die Jahreszeit ist etwas ungewohnt. Eigentlich tragen die Boxer ihre deutschen Meisterschaften im Winter aus. Um Teil der Finals zu sein, wurde aber umorganisiert. Auch was den Zeitplan angeht. Die ersten Vorkämpfe finden schon ab Mittwoch, 30. Juli, im Kuppelsaal im Hause des Deuschen Sports im Olympiapark statt. Um die Titel bei den Faustfechtern geht es dann aber am Wochenende, jeweils ab 11 Uhr. Mittendrin: die Schweriner Weltmeisterin Ornella Wahner, die in ihre alte Heimat Berlin zurückkehrt.

Die besten Schützen spannen den Bogen

Höchste Konzentration ist gefragt, wenn die Bogenschützen im Olympiapark ihre deutschen Meistertitel ins Visier nehmen. Favoritin bei den Frauen ist die Berlinerin Lisa Unruh, die als Olympiamedaillengewinnerin von Rio internationalen Glanz mitbringt. Berlins Sportlerin des Jahres ist mehrfache deutsche Meisterin mit dem Recurve-Bogen und gilt auch in diesem Jahr – bei ihrem Heimspiel – als große Favoritin in ihrer Disziplin. Außerdem ermitteln die zielsicheren Athleten ihre Titelträger noch mit dem Compound- und dem Blankbogen, insgesamt sind mehr als 700 Teilnehmer am Start. Die Qualifikationen finden schon am Freitag, 2. August, auf dem Maifeld statt. Bei den Entscheidungen fliegen die Pfeile am Sonnabend und Sonntag ab 13 Uhr dann aber im extra aufgebauten Stadion auf dem Olympischen Platz.

Schwimmer kommen aus Südkorea nach Berlin

Der große Höhepunkt des Jahres liegt für die Schwimmer unmittelbar hinter ihnen. Sie waren gerade noch bei den Weltmeisterschaften in Südkorea – und kommen von dort direkt nach Berlin, um nun um ihre nationalen Titel zu kämpfen. Mit dabei, so verspricht es der Verband, sollen auch alle deutschen Top-Athleten sein. Geschwommen wird in der Schwimmhalle des Europasportparks an der Landsberger Allee. Die Finalläufe finden Freitag bis Sonntag (ab 15.30 Uhr) statt, vormittags gibt es ab Donnerstag Vorläufe.

In und vor der Halle wird geturnt

Vor der Max-Schmeling-Halle dürfen alle turnen, sogar das Kinderturn-Abzeichen kann erworben werden. In der Halle geht es unter anderem darum, wer Deutschlands Farben bei der Heim-Weltmeisterschaft im Oktober in Stuttgart vertreten darf. Mit Marcel Nguyen (München), der 2012 zweimal Olympiasilber gewann, und Elisabeth Seitz (Stuttgart), die WM-Dritte am Stufenbarren ist, führen sehr erfolgreiche Athleten das Starterfeld an. Das Berliner Publikum darf sich auf sieben Lokalmatadoren, davon drei Titelverteidiger – Philipp Herder (Barren), Nils Dunkel (Pauschenpferd) und Thao Hoang Viet (Boden) – freuen. Am Sonnabend ab 11.30 Uhr finden die Mehrkämpfe statt, am Sonntag ab 11.30 Uhr die Finals an den Geräten.

WM-Vorgeschmack für die Bahnradfahrer

Es ist die Generalprobe: Ende Februar 2019 findet im Berliner Velodrom die Weltmeisterschaft im Bahnradsport statt. Jetzt treten die Athleten bei der deutschen Meisterschaft in die Pedale. Ab Mittwoch sind sie bereits im Einsatz aufgrund der Fülle an Disziplinen, fast 50 Titel werden vergeben. Madison-Doppel-Weltmeister Theo Reinhardt aus Berlin und Teamsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte aus Kaiserslautern gehören zu den prominentesten Startern. Für die Elite-Fahrer in Sprint- und Ausdauerbereich beginnt mit den nationalen Titelkämpfen auch das Rennen um die Olympia-Plätze. Schließlich geht es um Startplätze für die Europameisterschaft in Apeldoorn (14. bis 18. Oktober) und die nachfolgenden Weltcups.

Kanufahren an der Oberbaumbrücke

Sonst sind sie am Stadtrand unterwegs oder noch viel weiter weg von den Zentren. Diesmal dürfen Kanuten endlich mittendrin sein im Geschehen, in der City. An der Oberbaumbrücke geht es los, ab in Richtung Fernsehturm. Aber nicht auf den üblichen Strecken. Die Kanuten haben sich etwas Besonderes ausgedacht und präsentieren zu den Finals ein ganz neues Titelrennen. Über 160 Meter geht es im Sprintduell durch eine K.o-Runde. Bei Männern und Frauen im Kajak und Canadier – und sogar im Mixed-Zweier-Kajak. Der Star der Kanuten ist der dreifache Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel aus Potsdam. Ein heißer Titelanwärter im Kajak ist der für Potsdam startende Berliner Ronald Rauhe. Der Verband präsentiert im Rahmen der Finals am Sonnabend (8-15 Uhr) und Sonntag (8-12.15 Uhr) auch das Stand Up Paddling.

Trial: Ohne Sattel über Hindernisse

Trial ist eine ziemlich unbekannte Disziplin des Radsports. Doch in Berlin versteht man tatsächlich etwas davon. Vergangenes Jahr wurde im Hangar 5 des ehemaligen Tempelhofer Flughafens ein Weltcup durchgeführt – und zum besten des Jahres 2018 gewählt, weil Organisation und Atmosphäre so gut waren. Das spricht für eine tolle deutsche Meisterschaft, denn die Organisatoren sind dieselben. Beim Trial fährt man mit dem Fahrrad über Hindernisse, ohne dabei den Fuß auf dem Untergrund abzusetzen. Im Wettkampf gilt es, festgelegte Sektionen möglichst fehlerfrei in zwei Minuten zu absolvieren. Von 10 bis 15.15 Uhr sind Frauen und Männer am Sonnabend im Friedrich-Ludwigs-Jahn-Sportpark mit ihren 20-Zoll-Rädern unterwegs. Am Sonntag fahren die Männer auch mit 26-Zoll-Rädern (10.30 bis 13.30 Uhr).