Galopp

Wegen Hitze: Peta fordert Rennabsage in Hoppegarten

Hohe Temperaturen als Gefahr: Die Tierschutzorganisation Peta fordert jetzt eine Rennabsage in Hoppegarten.

Pferderennen auf der Galopprennbahn in Hoppegarten.

Pferderennen auf der Galopprennbahn in Hoppegarten.

Foto: Bernhard Freisen / picture alliance / imageBROKER

Berlin. Die Tierschutzorganisation Peta erhält im Kampf gegen Pferdesport jeglicher Art weitere Argumente durch die neue Hitzewelle. „Hohe Temperaturen stellen eine weitere große Gefahr dar, um Extremleistungen abzuverlangen“, sagte Peta-Fachreferentin Jana Hoger. Die hohen Temperaturen sind für die Tierschützer nur ein Punkt, den für Freitag geplanten „Renntag der Berliner Clubszene“ auf der Galopprennbahn Hoppegarten absagen zu lassen.

Peta: Pferde werden als Sportgeräte missbraucht

Die Tierschutzorganisation wird in diesem Jahr bei noch insgesamt 25 Pferdeevents in der gesamten Republik über die jeweils zuständigen Veterinärbehörden auf Absagen drängen. „Peta kritisiert Pferderennen im Ganzen, weil die Pferde als Sportgeräte missbraucht werden“, sagte die 30 Jahre alte Fachreferentin weiter.

Speziell beim Galopprennsport liege laut Hoger ein ganz klarer Missbrauch bei Peitschenhieben vor. „Laut dem Regelwerk dürfen im Endspurt bis zu fünf Schläge eingesetzt werden.“

Renntag am Freitag soll trotzdem stattfinden

Hoppegarten-Geschäftsführer Michael Wrulich geht dagegen ganz klar von einer Durchführung am Freitag aus. „Wir beschäftigen uns mit dem Thema“, sagte der Managing Director, „aber wir äußern uns nicht dazu.“

Auf der von Hoger erstellten Liste der noch folgenden Absage-Forderungen sind aber nicht nur Galopprennen vertreten. „Missbrauch findet im gesamten Pferdesport statt, von der Dressur bis zum Springsport“, sagt Hoger. Trotz des Einsatzes für die Pferde ist es der Organisation noch nie gelungen, dass ein Renntag abgesagt wurde.

Todesfall bei Galopp-Rennwoche in Hamburg

Hoffnung auf Veränderung schöpft die Referentin durch die Vorfälle während der Derby-Woche in Hamburg-Horn Anfang Juli. „Nach dem Todesfall bei der Galopp-Rennwoche in Hamburg scheint es Überlegungen zu geben, immerhin auf Hindernisrennen zu verzichten“, sagte Hoger. Beim Seejagdrennen war der Wallach Captain Von Trappe schwer verunglückt und hatte sich dabei einen Genickbruch zugezogen. Eugen Andreas Wahler, Präsident des Hamburger Renn-Clubs, hatte daraufhin eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt.

Dass der Renntag in Berlin abgesagt wird, scheint selbst für Hoger aber nicht in Reichweite zu sein - trotz der hohen Temperaturen und des Beispiels aus den USA. An der Ostküste wurden am vergangenen Sonnabend die Rennbahnen geschlossen, da der sogenannte Hitze-Index das oberste Maß überschritten hatte. Andere Bahnen verschoben die Rennen in die Abendstunden. Der Renntag in Hoppegarten beginnt um 16.45 Uhr.