Schwimm-WM

Wasserballer sind wieder in der Weltspitze

Die deutschen Wasserballer machen bei ihrem WM-Comeback auch ohne Viertelfinal-Sensation viel Spaß. Jetzt geht der Blick Richtung Olympia

Wieder top: Die deutschen Wasserballer Julian Real, Marko Stamm, Tobias Preuß (v.l.) sind wieder in der Weltspitze.

Wieder top: Die deutschen Wasserballer Julian Real, Marko Stamm, Tobias Preuß (v.l.) sind wieder in der Weltspitze.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Gwangju. Hagen Stamm war nach einer „Wahnsinnsleistung“ gegen eine „Weltauswahl“ mächtig stolz auf seine Wasserballer. Auch ohne eine Sensation gegen Kroatien und den Halbfinaleinzug kann die deutsche Auswahl viel Schwung für den Kampf um eine Olympia-Ticket mitnehmen. Die Mannschaft von Bundestrainer Stamm verlor im ersten WM-Viertelfinale seit acht Jahren mit 8:10 (2:1, 1:3, 3:3, 2:3) gegen den London-Olympiasieger. Zwar gingen seine Spieler zunächst mit enttäuschten Mienen durch die WM-Arena, aber ihre Titelkampfbilanz schmälert diese Niederlage nicht.

„Jeder wird sagen, was die Deutschen gemacht haben, war eine Sensation. Darauf können wir aufbauen“, sagte Stamm. Nur einmal stand eine deutsche Auswahl im Halbfinale: 1982, als es Bronze mit dem Spieler Stamm gab.

Am Ende fehlt der Killerinstinkt

Im umkämpften Duell hielt die leidenschaftlich agierende deutsche Mannschaft am Dienstag in Gwangju bemerkenswert gut mit. Beinahe hätte das Team um den dreifachen Torschützen Lucas Gielen den Titelverteidiger gestürzt und zum ersten Mal seit 37 Jahren den Sprung unter die besten Vier der Welt geschafft. 1982 in Ecuador hatte Stamm noch als Spieler dazu beigetragen, dass mit Bronze die bislang einzige WM-Medaille heraussprang. „Am Ende hat uns ein bisschen Kaltschnäuzigkeit, vielleicht auch Killerinstinkt gefehlt“, sagte Kapitän Julian Real. Vor der WM hatte es noch ein 10:22 gegen die Kroaten gesetzt.

Rückkehr in die Top Acht der Welt

Unabhängig vom Ausgang der Platzierungsspiele fällt das WM-Fazit sehr positiv aus. Bei der ersten Teilnahme bei Schwimm-Weltmeisterschaften seit sechs Jahren glückte der Stamm-Formation die Rückkehr in die Top Acht der Welt. „Wir sind erweiterte Weltspitze, und wir haben gezeigt, dass es richtig ist, uns da einzustufen“, sagte Stamm.

Olympia-Qualifikation ist das große Ziel

Das übergeordnete Projekt ist nach zwei verpassten Sommerspielen die Tokio-Teilnahme. „Unser Ziel ist die Olympia-Quali, aber dafür müssen wir noch eine Schippe drauflegen“, mahnte Real. „Die WM ist eine gute Standortbestimmung. Wir haben gezeigt, dass wir auf der Ebene der Topmannschaften sind.“

Stamm: „Können jeden Gegner schlagen“

Die deutsche Mannschaft muss sich bei der EM im Januar in Budapest einen Startplatz für ein Qualifikationsturnier in Rotterdam sichern - und kann dort dann das Tokio-Ticket lösen. „Beide Turniere fangen nochmal ganz von vorne an. Wir müssen einfach weiterarbeiten und uns bewusst sein, dass wir wieder bei Null anfangen“, warnte Stamm. „Wenn wir so spielen wie gegen Kroatien, haben wir eine Chance, jeden Gegner zu schlagen.“