Leichtathletik

„Olympiastadion ist zu groß für deutsche Meisterschaften“

Läuferin Alina Reh hält das Olympiastadion für ungeeignet für deutsche Meisterschaften. Vorverkauf läuft aber gut wie lange nicht.

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im vergangenen Jahr war das Olympiastadion voll besetzt und die Stimmung überragend.

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im vergangenen Jahr war das Olympiastadion voll besetzt und die Stimmung überragend.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlin. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In zweieinhalb Wochen (3./4. August) steigen in Berlin die Finals 2019. Erstmals bündeln zehn Sportarten, darunter auch die Leichtathletik, ihre deutschen Meisterschaften. Rund 3400 Athletinnen und Athleten sind am Start.

Dass Berlin Großveranstaltungen im Sport kann, beweist die Stadt jedes Jahr beim Marathon und Istaf. Im vergangenen Jahr schaute die Sport-Welt auf Berlin, als sich die Besten bei der Leichtathletik-EM zu Höchstleistungen trieben. Die Stimmung im Olympiastadion war grandios.

Die Sportlerin fürchtet zu wenig Nähe zum Publikum

Kurz vor den Finals schlägt jetzt aber Langstreckenläuferin Alina Reh Alarm, die 22-Jährige macht sich vor den deutschen Meisterschaften Sorgen um die Stimmung im Olympiastadion. „Ich fürchte, dass die Nähe fehlen wird“, sagte die U23-Europameisterin über 10.000 Meter der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Das Stadion sei zu groß für eine deutsche Meisterschaft, so die Läuferin. Man dürfe das nicht mit der „Hammer-EM“ im vergangenen Sommer vergleichen. Die letzte Meisterschaft in Nürnberg sei „ein Trauerspiel“ gewesen.

Beim Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) schaut man dagegen positiv auf die Finals. Natürlich seien nationale Wettkämpfe nicht mit internationalen auf eine Stufe zu stellen, aber der Kartenvorverkauf für die deutschen Meisterschaften laufe so gut wie seit fast 20 Jahren nicht. „Unser Ziel sind etwa 25.000 Besucher an jedem der beiden Tage, bislang sind insgesamt 30.000 Tickets verkauft worden“, so Peter Schmitt, Mediendirektor des DLV.

Leichathleten sollen vom LSB-Familienfest profitieren

Zudem hoffe man auf Synergien mit dem Familienfest des Landessportbundes Berlin, das parallel im angrenzenden Olympiapark stattfindet. Dort werden rund 80.000 Besucher erwartet, von denen einige sicher auch im Olympiastadion vorbeischauen.

Eine Alternative zum Olympiastadion hätte es ohnehin nicht gegeben, da der Jahn-Sportpark, der nächstes Jahr abgerissen und dann neu gebaut wird, derzeit nicht die nötigen Voraussetzungen bietet. Außerdem passe das Olympiastadion gut in den Rahmen der Finals, die erstmals in dieser Form ausgetragen werden. „Dieses neue Format ist eine schöne Sache, dem sollten wir eine Chance geben“, sagt Schmitt, dessen Verband sich von Anfang an der Herausforderung bewusst war und seit Monaten hart daran arbeitet, das Stadion ansprechend zu füllen. Schmitt: „Wir hoffen, dass viele Berliner die Athleten unterstützen.“

Alles zu den Finals 2019 lesen Sie hier.