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Marcus Ehning springt bei CHIO-Eröffnung auf Rang drei

Marcus Ehning beschert dem deutschen Team beim CHIO einen guten Start. Für Bundestrainer Otto Becker nicht die einzige gute Nachricht.

Marcus Ehning erwischte auf Calanda einen guten Start.

Marcus Ehning erwischte auf Calanda einen guten Start.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Aachen. Der Bundestrainer stand in seiner roten Deutschland-Jacke lässig an den Zaun des Abreiteplatzes gelehnt. Zuversichtlich beobachtete Otto Becker die Vorbereitungen seiner Reiter auf das Eröffnungsspringen beim CHIO in Aachen, doch für einen Heimsieg sollte es zum Auftakt nicht ganz reichen. Der dreimalige Weltcupsieger Marcus Ehning landete auf der zehnjährigen Stute Calanda als bester Deutscher hinter dem Franzosen Olivier Robert mit Vadrouille d’Avril und Laura Kraut (USA) mit Berdenn de Kergane auf Platz drei.

Olympiakader-Rückkehrer Nummer eins, Daniel Deußer, ritt auf Tobago auf Rang zwölf; Olympiakader-Rückkehrer Nummer zwei, Christian Ahlmann, auf Take a Chance on me auf Platz 38 – sechs Plätze hinter Weltmeisterin Simone Blum mit Cool Hill.

Rückkehrer Ahlmann und Deußer als Verstärkung

An Beckers Optimismus änderte das nichts. Bis auf Maurice Tebbel war seine komplette Equipe beim Eröffnungsspringen dabei. Blum, Ehning, Ahlmann und Deußer werden aller Voraussicht nach das Team bilden, das am Donnerstag im prestigeträchtigen Nationenpreis die erfolgreiche Titelverteidigung anstrebt. „Ich bin sehr, sehr froh, dass Christian und Daniel wieder dabei sind“, sagte Becker, der sich zuletzt verstärkt für deren Comeback eingesetzt hatte.

Nach den Olympischen Spielen 2016 hatte sich das Duo geweigert, die für alle Kaderreiter verpflichtende Athletenerklärung des nationalen Verbandes FN zu unterschreiben. In jener geht es unter anderem um ein Behandlungsbuch, das die Reiter für ihre Pferde führen müssen. Bei Unregelmäßigkeiten drohen Vertragsstrafen.

Streitigkeiten mit Verband beigelegt

Zudem fühlten sich Ahlmann und Deußer nicht angemessen vom Verband unterstützt. Als bei Ahlmanns Olympiapferd Cöster 2008 die verbotene Substanz Capsaicin gefunden wurde, sperrte ihn der Weltverband FEI für vier Monate. Für die FN zu milde – sie sprach ihrerseits eine Sperre von acht Monaten aus. Nun aber zählen Ahlmann und Deußer wieder zu den Hoffnungsträgern, so wie Ehning, der sich gelassen gab.

„Es ging vor allem darum, ins Turnier reinzukommen“, sagte der erfolgreichste CHIO-Reiter des Vorjahres. Damals hatte er den Nationenpreis sowie den Großen Preis gewonnen. „Das zu toppen“, schwante ihm, „ist schwer.“