Schwimm-WM

Köhler und Wellbrock kraulen um Olympia

Sarah Köhler und Florian Wellbrock sind das Traumpaar im deutschen Schwimmsport. Bei der WM in Südkorea kämpfen beide um Medaillen.

Sarah Köhler startet bei der WM in Südkorea im Freiwasser sowie im Becken.

Sarah Köhler startet bei der WM in Südkorea im Freiwasser sowie im Becken.

Foto: Tilo Wiedensohler / imago/Camera 4

Yeosu/Köln.. Ehrlichkeit, Zielstrebigkeit und klare sportliche Ambitionen – das sind die Eigenschaften, die Sarah Köhler und Florian Wellbrock, das aktuelle Traumpaar im deutschen Schwimmsport, am meisten verbinden. Sagt die 25-jährige Köhler im Gespräch mit dieser Zeitung. Und erklärt dann ganz offen, dass die Sache mit den sportlichen Zielen im freien Gewässer gar nicht so einfach ist. „Ich bin ja noch relativ neu im Freiwasser – aber so weit ich weiß, haben wir in der Staffel theoretisch eine Chance, uns vorne zu platzieren“, erklärt die Hanauerin, die sich vor ihren Starts bei der WM in Südkorea über 800 und 1500 Meter Freistil im Becken schon mal unter die Marathonschwimmer mischt. Beim Team-Wettbewerb am Donnerstag kommender Woche.

Freiwasser als Vorbereitung auf die Beckenwettkämpfe

Der erste Startschuss fällt an diesem Sonnabend mit dem Rennen der Männer über fünf Kilometer. Dabei sei das Freiwasserschwimmen generell schwierig einzuschätzen – findet Köhler, die erklärt: „Das ist nicht wie im Becken, wo man sagt: Das ist meine Zeit, mit der habe ich die und die Chance.“ Also lässt sie sich bei den Wettkämpfen in Yeosu, knapp einhundert Kilometer südöstlich der WM-Stadt Gwangju gelegen, überraschen. Und nimmt ihren Auftritt im Freiwasser zudem „ein bisschen als Vorbereitung auf die Beckenwettkämpfe“.

Bisherig Ergebnisse bei den Weltcups machen Mut

Richtig ernst ist die Angelegenheit für ihren Lebensgefährten: Über zehn Kilometer schwimmt Florian Wellbrock am Dienstag ebenso wie sein Magdeburger Trainingskollege Rob Muffels um eines der zehn Olympia-Tickets, die dann vergeben werden. Bereits zwei Tage zuvor sind die Würzburgerin Leonie Beck und Finnia Wunram (Magdeburg) über die olympische Distanz gefordert. Die Ergebnisse der DSV-Schwimmer in den bisherigen Weltcups der Saison waren sehr ermutigend. Entsprechend zuversichtlich kündigt Bundestrainer Stefan Lurz an: „Wir haben auf dieser Stecke vier Topsportler am Start, die alle das Zeug dazu haben, unter die besten Zehn zu schwimmen.“

Bei der letzten WM ging Deutschland leer aus

Neben den beiden Highlight-Rennen und der Staffel werden in Yeosu zudem Medaillensätze über fünf und 25 Kilometer vergeben. Bei der letzten WM in Budapest gingen Deutschlands Freiwasserspezialisten leer aus. Bei den EM-Rennen im Vorjahr im Loch Lomond in der Nähe von Glasgow fischten die DSV-Starter drei Edelmetallplaketten aus dem berühmten See. Ihren Teil zur Silbermedaille im Team-Wettbewerb steuerten damals Sarah Köhler und, als Schlussschwimmer, Florian Wellbrock bei. Für Köhler, die ihren Trainingsmittelpunkt im vergangenen September von Heidelberg nach Magdeburg verlegt hat, war es das erste Erfolgserlebnis im freien Wasser.

Wellbrock ist Deutschlands Olympia-Hoffnung

Die damalige Diskussion, ob Wellbrock – die größte Medaillenhoffnung der deutschen Beckenschwimmer für die Olympischen Spiele im nächsten Sommer in Tokio – sowohl im Pool wie auch bei den Rangeleien im Freiwasser sein Glück versuchen soll, ist erst einmal pro Doppelstart beigelegt. Eine Entscheidung ganz im Sinne von Sarah Köhler, die sagt: „Ich denke, man will es in Zukunft jeden, der das probieren möchte, erst mal versuchen lassen. Und wenn es dann funktioniert: Wieso nicht? Ich glaube, man kann da keine Pauschalaussage treffen – nur weil es in der Vergangenheit bei irgendwem vielleicht nicht geklappt hat. Jeder Sportler ist anders, jeder trainiert anders. Und jeder verkraftet Belastungen unterschiedlich.“