Europaspiele

Berlinerin Shan löst Olympia-Ticket für Tischtennis-Frauen

Mit dem Finalsieg bei den Europaspielen in Minsk qualifizieren sich die deutschen Tischtennisspielerinnen für die Olympischen Spiele in Tokio.

Es ist geschafft, Shan Xiaona, Petrissa Solja, Nina Mittelham and Han Ying (v.l.) gewannen Gold bei den Europaspielen und sicherten damit dem deutschen Team das Ticket nach Tokio.

Es ist geschafft, Shan Xiaona, Petrissa Solja, Nina Mittelham and Han Ying (v.l.) gewannen Gold bei den Europaspielen und sicherten damit dem deutschen Team das Ticket nach Tokio.

Foto: VASILY FEDOSENKO / Reuters

Berlin/Minsk. Als der Matchball verwandelt und die Formalitäten endlich erledigt waren, gab es kein Halten mehr. Die zuvor so hochkonzentrierte Shan Xiaona rannte nach dem Händeschütteln mit Offiziellen und Spielerinnen des Finalgegners in die Arme ihrer Trainerin Jie Schöpp und ihrer Mitspielerinnen Nina Mittelham, Han Ying und Petrissa Solja. Die deutschen Tischtennisspielerinnen gewannen das Endspiel der Europaspiele in Minsk gegen Rumänien 3:0 und sind damit für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert. Schöpp jubelte: „Es ist einfach unglaublich, was die Mannschaft hier geleistet hat.“

Wie vor vier Jahren in Baku

Für das deutsche Team ist es ein Déjà vu: Vier Jahre zuvor in Baku gewannen Solja, Han und die Berlinerin Shan ebenfalls die Europaspiele. Anschließend eroberten sie bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Mannschafts-Silber – der größte Erfolg der deutschen Tischtennis-Frauen in ihrer Geschichte.

Nun träumen sie natürlich von einem ähnlichen Erlebnis im nächsten Jahr in Tokio. Diesmal gingen sie allerdings den neuen Regularien entsprechend mit vier Frauen ins Rennen, das verhalf mit Nina Mittelham einer weiteren Berlinerin zum Gold in Minsk.

Dabei war das Team geschwächt, weil Solja sich im Viertelfinale gegen die Niederlande eine Muskelverletzung am Arm zuzog und danach nicht mehr eingesetzt werden konnte. Doch beim 3:2 im Halbfinale gegen Polen avancierte Mittelham mit einem Fünfsatzerfolg gegen Li Qian trotz 6:9-Rückstands im Entscheidungssatz mit fünf Punkten in Folge zur Matchwinnerin. Und nun gelang der ursprünglich nur als Ersatz mit nach Weißrussland gereisten Shan in vier Sätzen der Punkt zum 3:0 gegen Daniela Dodean.

Auch die unterlegene Szocs im Eastside-Team

Das erste Duell des Finales entschieden Shan und Mittelham gegen Elizabeta Samara/Dodean mit 3:2 Sätzen für sich. Shan sagte: „Wir haben gestern nach dem Doppel noch einmal diskutiert, was wir besser machen können und müssen. Wir wissen ja aus dem Verein, dass wir gut zusammen spielen können. Heute haben wir das sehr gut gemacht.“ Mittelham ergänzte: „Heute hat es gepasst. Ich bin einfach nur glücklich, dass wir unser Match und den Titel gewonnen haben. Das fühlt sich sehr gut an.“

Han, die zuvor in der Einzelkonkurrenz Silber holte, behielt mit 3:1 gegen Bernadette Szocs die Oberhand. Shan gelang die vorzeitige Entscheidung in dem auf fünf Duelle angesetzten Finale. „Wir freuen uns so sehr, dass wir unser Ziel erreicht haben und den Titel und die Olympiatickets gewonnen haben“, sagte Han, „das war eine unglaubliche Leistung aller vier Spielerinnen.“ Interessant aus Berliner Sicht, dass nicht nur Mittelham und Shan zum Team des TTC Eastside gehören; auch die Rumänin Szozs wechselte kürzlich zum deutschen Meister.

Viele deutsche Tischtennis-Erfolge

Der Erfolg der Frauen passte in den bisherigen Verlauf der Europaspiele. Zuvor hatten sich bereits die Mixed-Sieger Solja/Patrick Franziska, der unverwüstliche Männer-Sieger Timo Boll und die im Einzel zweitplatzierte Han Ying das Ticket für Tokio gesichert.