Leichtathletik

Warum dieses Jahr das Istaf besonders wichtig ist

Lisa-Marie Kwayie und Thomas Röhler gehen besonders motiviert in das Istaf im Olympiastadion. Denn der Höhepunkt kommt erst danach.

Bereit für das Istaf: Die Berliner Sprinterin Lisa Marie Kwayie.

Bereit für das Istaf: Die Berliner Sprinterin Lisa Marie Kwayie.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring / picture alliance

Berlin.  Manchmal ist Lisa-Marie Kwayie selbst erstaunt, wie schnell sie den Sprung an die Spitze vollzogen hat. Vor einigen Jahren war die Sprinterin der Neuköllner Sportfreunde beim Istaf noch als Volunteer dabei und sorgte hinter den Kulissen dafür, dass die Stars der Leichtathletik optimale Bedingungen vorfinden.

Inzwischen gehört sie selbst dazu. Im vergangenen Jahr gewann Kwayie mit der 4x100-Meter-Staffel EM-Bronze, im Februar wurde sie in der Halle erstmals deutsche Meisterin. Und erst vor wenigen Tagen holte sie mit ihren Staffelkolleginnen bei den World Relays in Japan erneut die Bronzemedaille. „Das geht gerade Schlag auf Schlag“, sagt die 22-Jährige.

Große Generalprobe vor der WM

Beim nächsten Istaf am 1. September wird sie nun selbst im Rampenlicht stehen. Doch nicht nur für sie findet Deutschlands größtes Leichtathletikmeeting in diesem Jahr unter veränderten Vorzeichen statt.

Weil die Weltmeisterschaften in Katar erst Ende September beginnen, steigt das Istaf 2019 vor dem Saisonhöhepunkt und wird somit zur großen Generalprobe für die WM.

„Wenige Tage nach dem Istaf endet der Meldezeitraum für die WM. Viele Stars werden es im Olympiastadion noch einmal so richtig krachen lassen.

Für einige ist das Istaf vielleicht die letzte Chance, um noch auf den WM-Zug aufzuspringen“, sagt Meetingdirektor Martin Seeber. Und prognostiziert bereits jetzt: „Die sportlichen Leistungen werden extrem gut sein.“

Sportler kommen mit vollem Akku

16 Disziplinen sind vorgesehen, darunter die 100 Meter mit Kwayie und Deutschlands Topsprinterin Gina Lückenkemper (SCC Berlin) sowie das Speerwerfen mit Olympiasieger und Europameister Thomas Röhler.

Auch er glaubt, dass die Veranstaltung in diesem Jahr von besonderer Qualität sein wird: „Bisher waren die Sportler oft ausgepowert von einer langen Saison, wenn sie nach Berlin kamen. Dieses Mal kommen sie mit vollem Akku, da kann man einiges erwarten“, so Röhler.

Wenn man bedenkt, dass insbesondere die deutschen Speerwerfer auch in der Vergangenheit stets schon für weite Würfe gut waren, dürfen sich die erwarteten 50.000 Zuschauer auf etwas gefasst machen.

Umzug von Neukölln nach Friedrichshain

Nach dem erfolgreichen Test beim Istaf Indoor wird es auch draußen erstmals eine Fan-Zone geben, wo die Besucher Autogramme holen oder Fotos mit ihren Idolen machen können. „Diese Nähe zu den Fans hat der Leichtathletik bislang gefehlt“, meint Martin Seeber.

Als Lokalmatadorin wird Lisa-Marie Kwayie dort ganz besonders gefragt sein. „Ich bin froh, dass sich die ganze Arbeit endlich auszahlt“, sagt sie.

Vor kurzem ist sie aus Neukölln nach Friedrichshain gezogen, weil so der Weg zur Uni deutlich kürzer ist. „Ich bin gewissermaßen in der Szene angekommen“, sagt sie. Sportlich gilt das ohnehin schon.