Basketball

Warriors stellen Uraltrekord der Celtics ein

Zum ersten Mal seit fast 60 Jahren steht ein Team zum fünften Mal in Folge im NBA-Finale.

Stephen Curry (r.) ist von Meyers Leonard nicht zu halten und kommt im vierten Halbfinale in Portland zu 37 Punkten.

Stephen Curry (r.) ist von Meyers Leonard nicht zu halten und kommt im vierten Halbfinale in Portland zu 37 Punkten.

Foto: Ted S. Warren / dpa

Portland.  Auf dem Spielfeld umarmten sich Stephen und Seth Curry ganz fest, sie tauschten ein paar Worte aus, und sie tauschten ihre Trikots. Glücklich war nach dem Bruderduell aber nur der Ältere. „Einer musste verlieren“, sagte Stephen Curry. Kurz zuvor war der Superstar mit den Golden State Warriors durch einen Sieg bei den Portland Trail Blazers ins NBA-Finale eingezogen - Seth ist raus.

Warriors haben Chance auf einen Hattrick

Auf schnellstem Wege, mit 4:0, entschied der Meister die Halbfinalserie für sich. Auf dem Papier eine klare Angelegenheit, doch beim 119:117 nach Verlängerung waren die Warriors nicht zum ersten Mal auf dem Basketballcourt an ihre Grenzen gegangen. „Am Ende ist es ein Sweep, aber wir mussten bei drei der vier Siege kratzen und beißen“, sagte Trainer Steve Kerr: „Es war schwieriger, als es aussah.“

Die Franchise aus Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien steht als erstes Team seit fast 60 Jahren zum fünften Mal nacheinander im Finale. Von 1957 bis 1966 waren die Boston Celtics Dauergast, in den 80er Jahren schaffte es der Rekordmeister viermal nacheinander so weit (1984 bis 1987) - so wie Golden State und die Cleveland Cavaliers seit 2015. Durch das Weiterkommen spielen die Warriors um den ersten Hattrick seit 2002, damals hatten die Los Angeles Lakers zum dritten Mal in Folge triumphiert.

Zwei Spieler mit Triple-Double gab es noch nie

Curry und Draymond Green schafften sogar etwas, das es vorher in einem Play-off-Spiel noch nie gegeben hatte. Beiden Teamkollegen gelang ein Triple-Double, also zweistellige Werte in drei Kategorien. Curry kam auf 37 Punkte, 13 Rebounds und elf Assists, in Greens Statistik standen die Zahlen 18, 14 und 11.

Für die dezimierten Warriors ist jetzt Warten angesagt. Sie können die Zeit brauchen, in Kevin Durant, Andre Iguodala und DeMarcus Cousins fehlten am Montag drei Starter verletzt. Erst am 30. Mai geht es für den Champion von 2015, 2016 und 2018 weiter, dann werden die Warriors von den Toronto Raptors oder den Milwaukee Bucks gefordert. In der Serie steht es 2:1 für Hauptrundensieger Milwaukee.

Der große Curry lobt seinen kleinen Bruder

Steph Curry (31) spielt wieder um den großen Preis, Seth Curry (28) muss wieder zuschauen. Gemeinsam mit den Eltern, die sich für das Halbfinale speziell ausgerüstet hatten. Der frühere NBA-Profi Dell Curry trug auf der Tribüne ein zusammengenähtes Trikot, Vorderteil von den Warriors, Rückseite von den Trail Blazers, bei seiner Frau Sonya war es umgekehrt.

Sie drückten beiden Kindern die Daumen, nur einer konnte durchkommen, dafür war schon vor dem Duell klar, dass ein Curry sicher im Finale steht. Der Ausgang war keine Überraschung, auch wenn sich Portland teuer verkaufte.

„Für ihn ist das erst der Anfang“, sagte Steph Curry über Seth: „Ich hab ihn umarmt und ihm zu einer großartigen Serie gratuliert. Daran werden wir uns lange erinnern. Ich hänge sein Trikot an die Wand, oder woanders hin.“ Dass Seth lautstark reklamierte, als ein Schrittfehler des großen Bruders nicht geahndet wurde, nahm Stephen Curry mit Humor. „Er hat mich schon immer verpetzt, seit er auf der Welt ist.“