Trabrennen

Zeit für einen Wechsel: Vom Berufsfahrer zum Traber-Trainer

Warum Dennis Spangenberg den Schritt vom Berufsfahrer für Thorsten Tietz zum selbstständigen Trainer gewagt hat.

Dennis Spangenberg (Nummer 5) hat sich mit Chichen Itza einen kleinen Vorsprung erarbeitet.

Dennis Spangenberg (Nummer 5) hat sich mit Chichen Itza einen kleinen Vorsprung erarbeitet.

Foto: Heiko Lingk

Berlin. Der Weg zur Arbeit ist immer noch derselbe. Weiterhin geht Dennis Spangenberg jeden Tag die paar Schritte zu Fuß von seinem Haus zum Gestüt in Schöneiche, so wie er es seit nunmehr acht Jahren getan hat, seit er vom Niederrhein ins Berliner Umland gezogen ist. Und doch ist seit diesem Monat alles anders.

Mit 36 war es Zeit für etwas Neues

Bislang war Spangenberg als Trainer und Berufsfahrer für den Stall von Thorsten Tietz tätig, doch Anfang Mai hat er sich selbstständig gemacht. „Ich wollte einfach einmal etwas Neues ausprobieren“, sagt er. „Ich bin jetzt 36 Jahre alt und habe mir gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Spangenberg hat dafür die Anlage in Schöneiche von Tietz übernommen, der in die Wuhlheide umgezogen ist, aber auch viel in Schweden unterwegs ist, dem gelobten Land des Trabrennsports. Auch Spangenberg war zehn Monate im Norden tätig, er leitete dort die Filiale des Tietz-Rennstalls. In dieser Zeit kam ihm die Idee, es auf eigene Faust zu versuchen.

Es ist jetzt leichter, Trainer zu werden

Früher wäre das ohne Meisterprüfung gar nicht möglich gewesen, doch die Regelungen wurden inzwischen gelockert, weil es dem Trabrennsport hierzulande ohnehin an Nachwuchs mangelt. Nun darf jeder Trainer werden, der drei Jahre lang bei einem Berufstrainer gearbeitet und mindestens 50 Siege zu Buche stehen hat.

Diese Zahl übertrifft Dennis Spangenberg locker. Aktuell steht er bei 581 Siegen, und die von ihm gesteuerten Pferde haben gerade ganz frisch die Gewinnsummengrenze von 1,5 Millionen Euro geknackt. 2017 war er zweitbester Fahrer in Deutschland. Seine größte Prüfung steht ihm mit dem Wechsel ins Traineramt aber womöglich erst noch bevor.

Zehn Pferde betreut er schon

Der heimische Trabrennsport stand schon einmal besser da – sich in diesen Zeiten selbstständig zu machen, ist ein mutiger Schritt. „Ich fange klein an und muss erst einmal schauen, wie es anläuft“, sagt Spangenberg. Bislang scheint es ganz gut zu funktionieren: Nach kurzer Zeit betreut der 36-Jährige bereits zehn Pferde.

Sein Vorteil ist die Nähe zu Berlin, wo es mit Mariendorf und Karlshorst gleich zwei Trabrennbahnen gibt. „Das kann in Deutschland kein anderer Standort bieten“, sagt er. Zudem eilt ihm sein guter Ruf als Fahrer voraus. Dennis Spangenberg wird auch weiterhin selbst in den Sulky steigen.

Beim Adbell-Toddington noch Zuschauer

An diesem Sonntag (ab 14 Uhr) ist er in Mariendorf gleich fünf Mal am Start. Für die großen Wettbewerbe reicht es indes noch nicht. Beim Adbell-Toddington-Rennen, einer wichtigen Generalprobe für das Derby im Juli, ist Spangenberg am Sonntag nur Zuschauer. Das Rennen wird in zwei nach Pferdegeschlecht getrennten Läufen ausgetragen, die mit jeweils 20.000 Euro Preisgeld dotiert sind. Bei den Hengsten gilt der von Michael Nimczyk gesteuerte Gladiateur als Favorit, im Stutenlauf sind Gaya de Pervenche (Dion Tesselaar) und Jacky Bros (Jaap van Rijn) besonders zu beachten.