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Hockey

Wespen müssen noch einmal zustechen

Etwas überraschend stehen die Frauen der Zehlendorfer Wespen vor dem Klassenerhalt. Was fehlt, ist Sonntag ein Punkt gegen den HTHC.

Wespen-Verteidigerin Anne Mareike Kell (l.) im Duell mit Liv Maria Arndt von Rot-Weiss Köln.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Ralf Kardes / picture alliance / Beautiful Sports

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Berlin. Aufsteiger in die Hockey-Bundesliga haben es üblicherweise schwer, sich dort zu etablieren, zu groß ist das Gefälle zwischen zweiter und erster Liga. Besonders auf die Frauen trifft dies zu, der Bremer HC etwa wird das Oberhaus an diesem Wochenende wohl sieglos gleich wieder verlassen. Die Zehlendorfer Wespen schien bis vor Kurzem ein ähnliches Schicksal zu ereilen, doch vor dem finalen Spieltag haben die Berlinerinnen gute Aussichten, die Klasse zu halten. Am Sonntag (11.30 Uhr, Lloyd-G.-Wells-Straße) reicht ihnen ein Punktgewinn gegen den Harvestehuder THC, um drinzubleiben.

Zwei Auswärtssiege öffnen das Tor

Das liegt an den zwei Auswärtssiegen, die der Mannschaft von Trainer Carsten Vahle im April gelangen. Da gewannen sie sowohl in Bremen als auch beim TSV Mannheim jeweils mit 2:1 und bugsierten sich vom vorletzten auf den rettenden zehnten Tabellenrang. Das Kuriose ist: Die Wespen haben in den vergangenen zwei Monaten auch deklassierende Niederlagen kassiert, zum Beispiel 0:10 gegen den Club an der Alster, 1:10 gegen den UHC Hamburg oder 0:8 beim Mannheimer HC. „Aber die Mädels sind an Effektivität nicht zu überbieten“, freut sich Geschäftsführer Bernd Rannoch. Besonders in den Partien gegen die Konkurrenten im Abstiegskampf punkteten sie zuverlässig. „Wir können mit Druck umgehen, sind mental sehr stark, wenn es um die Wurst geht“, lobt Vahle. „Das gibt mir auch Mut für Sonntag.“

Denn noch hängt der Klassenerhalt am seidenen Faden. Gewinnt der drei Punkte zurückliegende TSV Mannheim das Derby gegen den Mannheimer HC und die Wespen unterliegen Harvestehude, steigen sie doch noch ab. „Wir verlassen uns nicht auf Schützenhilfe aus Mannheim“, sagt Vahle deshalb, „wir wollen den fehlenden Punkt selbst holen.“

Lieber stürmend untergehen als mauern

Zuversichtlich stimmt ihn auch, dass sein sehr ausgeglichenes Team sich individuell und mannschaftlich gut weiterentwickelt habe. Es kommt ohne Stars aus, lebt vom Zusammenhalt. „Die Spielerinnen beeindrucken mich, was Konzentration und Motivation angeht. Sie setzen außerdem im Spiel sehr gut um, was wir uns vorgenommen haben.“ Dazu zählt unter anderem, frech und mutig zu agieren, obwohl das gegen die Topklubs im Endeffekt zu einigen heftigen Niederlagen geführt hat. „Wir können mit Dämpfern umgehen“, beharrt Vahle, „das nimmt uns nicht die Lust darauf, attraktives Hockey zu spielen.“

Mit anderen Worten: Stumpf gemauert wird nicht. Auch nicht gegen Harvestehude am Sonntag. Das Hinspiel gewannen die Hamburgerinnen zwar mit 7:3. Doch da ging es ja auch nicht um die Wurst.

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