Eisschnelllauf

Doping: Berliner Olympiastützpunkt stellt Mitarbeiter frei

Weil der Verdacht besteht, dass ein Eisschnellläufer gegen Anti-Dopingbestimmungen verstoßen hat, reagiert der OSP. Die Nada ermittelt.

Der Fall am Berliner OSP soll mit dem Doping-Skandal um den festgenommenen Erfurter Arzt Mark S. zusammenhängen.

Der Fall am Berliner OSP soll mit dem Doping-Skandal um den festgenommenen Erfurter Arzt Mark S. zusammenhängen.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Berlin. Nach dem Verdacht eines Verstoßes gegen Anti-Dopingbestimmungen durch einen Eisschnellläufer hat der Olympiastützpunkt Berlin einen derzeit dort Beschäftigten von seinen Aufgaben freigestellt. Dies gelte bis zur Aufklärung des Sachverhaltes, teilte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG am Wochenende mit.

Die Entscheidung werde „zum Schutz aller direkt oder indirekt Betroffenen“ getroffen. Für den Zeitraum der Freistellung sei eine Vertretung des Beschäftigten für sämtliche Aufgaben sichergestellt.

Bei Dopingverstoß würde das Deutsche Sportschiedsgericht eingreifen

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) prüft weiterhin den sportrechtlichen Sachverhalt. Sollte sie zu der Erkenntnis gelangen, dass ein Dopingverstoß nicht ausgeschlossen ist, wird sie ein Sanktionsverfahren vor dem Deutschen Sportschiedsgericht einleiten.

Die DESG bestätigte den Namen des früheren Eisschnellläufers bisher nicht.

Entsprechend der Anti-Doping-Ordnung und dem Nationalen Anti-Doping Code habe der Verband das Ermittlungsergebnis der Nada abzuwarten und werde in der Zwischenzeit weder über den Inhalt des Verfahrens noch über Namen von Betroffenen Statements abgeben, hieß es zur Begründung.

Harry Bähr, der Leiter des Berliner Olympiastützpunktes, hatte bereits vor Wochen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur arbeitsrechtliche Schritte gegen den Eisschnelllauf-Trainer angekündigt, wenn sich Verdachtsmomente auf Blutdoping bestätigen.

Zusammenhang mit der „Operation Aderlass“

Die ARD-Dopingredaktion hatte am 24. März berichtet, dass ein deutscher Eisschnellläufer und Olympia-Teilnehmer in den Doping-Skandal um den Erfurter Sportarzt Mark S. involviert sein soll. Der Sportler habe wiederholt sein Blut vom Erfurter Netzwerk manipulieren lassen, das im Zuge der sogenannten „Operation Aderlass“ während der Nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld Ende Februar in den Fokus der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München geraten ist. Bekannt ist, dass mindestens 21 Sportler aus acht Nationen bei dem Sportmediziner Blutdoping praktiziert haben sollen.