Bundesliga

Pizarro schockt die Dortmunder

Bremens Oldie Claudio Pizarro rettet gegen Borussia Dortmund einen Punkt und versetzt dem BVB den nächsten Rückschlag im Titelrennen.

Bremens Claudio Pizarro (r.) im Duell mit dem Dortmunder Julian Weigl

Bremens Claudio Pizarro (r.) im Duell mit dem Dortmunder Julian Weigl

Foto: Fabian Bimmer / Reuters

Bremen. Die Bremer Fans widmeten ihrem Helden Sprechchöre, der so Geehrte konnte sich jedoch nur bedingt darüber freuen. „Leider haben wir nicht gewonnen“, sagte Claudio Pizarro, 40 Jahre alt und noch kein bisschen müde nach dem 2:2 (0:2) gegen Borussia Dortmund.

„Es ist mein Job, Tore zu machen, wenn ich reinkomme“, sagte der nach einer Stunde eingewechselte Peruaner. Wohl wissend, dass er in der Nachspielzeit einen Kopfball neben das Tor setzte und damit sogar einen möglichen Sieg für Werder verschenkte.

So fühlte sich das Remis im Weserstadion sowohl für die Bremer, die einen Sieg im Kampf um die Europa-League-Plätze gebraucht hätten, als auch für die Dortmunder eher wie eine Niederlage an. Eine Woche nach dem 2:4-Debakel im Revierderby gegen Schalke 04 verschenkte der BVB zwei weitere wichtige Punkte im Titelrennen.

Dortmund hofft auf leichteres Restprogramm

Vier Punkte liegt die Mannschaft von Trainer Lucien Favre nun hinter Spitzenreiter FC Bayern. So bleibt den Dortmundern nur noch die Hoffnung, dass die Münchner bei ihrem schwereren Restprogramm in Leipzig (11.5.) und gegen Frankfurt (18.5.) nicht mehr gewinnen und man sich selbst gegen Düsseldorf und in Mönchengladbach keine Blöße mehr gibt.

Durch ein frühes Tor durch Christian Pulisic (6.) gingen die Schwarz-Gelben gleich mit ihrer ersten Chance in Führung. In der 41. Minute erhöhte Paco Alcacer per Freistoß auf 2:0 für den BVB.

Dem eingewechselten Kevin Möhwald gelang der Anschlusstreffer (70.), BVB-Keeper Roman Bürki sah dabei schlecht aus. Dann traf Pizarro in der 75. Minute.

Pulisic hebelt Werder-Abwehr aus

„Es ist erst vorbei, wenn’s vorbei ist“ - mit diesem Spruchband empfingen die knapp 5000 mitgereisten Dortmunder Fans ihre Lieblinge. Und die Gäste waren von der ersten Minute an gewillt, die Derby-Pleite gegen Schalke vergessen zu machen.

Schon acht Minuten nach dem Führungstor, bei dem Pulisic mit schnellem Antritt die gesamte Werder-Deckung aushebelte, hätte Götze erhöhen können, scheiterte jedoch am Bremer Torhüter Jiri Pavlenka. Der tschechische Keeper stand weiterhin im Blickpunkt. Gegen Pulisic (45.) verhinderte er noch vor der Pause einen weiteren Gegentreffer.

„Es ist schwer zu sagen, wie wir das wieder hergegeben haben“, sagte Dortmunds Julian Weigl, „wir haben es nicht geschafft, uns nach dem Ausgleich wieder freizuspielen. Deshalb geht das Ergebnis aufgrund der zweiten Halbzeit in Ordnung. Wir wollten nach der Pause zunächst ein wenig abwarten, das war wohl die falsche Entscheidung.“

Dortmund ohne Reus lange dominant

Vor 42.100 Zuschauern in der ausverkauften Arena konnte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre das Fehlen des gesperrten Marco Reus lange problemlos kompensieren. Für das entsprechende Tempo sorgten stattdessen Pulisic und auch der agile Jaden Sancho.

Die Platzherren hingegen wirkten gedanklich zunächst häufig einen Tick zu langsam und fanden kaum in die Begegnung. Nur ein Distanzschuss von Milot Rashica (35.) brachte das Dortmunder Tor einmal in Gefahr.

Besondere Schwächen offenbarte das Team von Coach Florian Kohfeldt oftmals in der Defensive. Zusätzlich zum Gelb-gesperrten Abwehrchef Niklas Moisander fehlte kurzfristig auch Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie (Knieprellung). Diese Ausfälle waren für den Liga-Neunten ohne Qualitätsverlust nur schwer zu kompensieren.

Nach dem Seitenwechsel behielt Dortmund zunächst die Spielkontrolle, war jedoch mehr als im ersten Durchgang auch auf Kontrolle in der Rückwärtsbewegung bedacht. Erneut war es Pavlenka, der in der 55. Minute gegen den Ex-Bremer Thomas Delaney einen weiteren Gegentreffer verhinderte.

Kohfeldt hatte nach einer Stunde genug von den eher hilflosen Angriffsbemühungen seiner Offensive. Er wechselte Pizarro ein, der ehemalige Dortmunder Nuri Sahin musste das Spielfeld verlassen. Eine für die Bremer gute Personalentscheidung, denn der Routinier bewies seinen Torriecher.