DFB-Pokal

Umstrittener Elfmeter: Schiedsrichter-Boss räumt Fehler ein

Nicht nur Bremen ärgert sich nach dem Aus im DFB-Pokal über den gegebenen Strafstoß. Der DFB hält Entscheidung für „nicht korrekt“.

Max Kruse fragt sich, warum der Videobeweis nicht herangezogen wurde.

Max Kruse fragt sich, warum der Videobeweis nicht herangezogen wurde.

Foto: Pa / picture alliance/dpa

Bremen. Elfmeter oder nicht? Angesichts der hitzigen Diskussionen über die Schlüsselszene des Abends rückte Bayern Münchens 3:2 (1:0)-Sieg im Halbfinal-Kracher des DFB-Pokals bei Werder Bremen erst einmal in den Hintergrund. Vor allem im Lager der Grün-Weißen sorgte der fragwürdige Foulelfmeter, den Bayerns Robert Lewandowski verwandelte (80.), für Kopfschütteln.

“Ich glaube, dass der Schiedsrichter in mindestens neun von zehn Fällen diesen Elfmeter auf gar keinen Fall pfeift“, sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz und bezeichnete die Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Siebert als „brutal“: „Wenn er sich das angeguckt hätte, hätte er, glaube ich, nicht gepfiffen.“

Deutlicher wurde Kapitän Max Kruse am ARD-Mikrofon: „Das ist lächerlich. Wenn das ein Elfmeter ist... Wozu haben wir den Videobeweis? Wenn er das nicht sieht, können wir ihn wieder abschaffen.“

Bayern können Bremer Ärger nachvollziehen

Die Bayern, die zum 23. Mal das Pokalfinale erreichten, konnten den Ärger der Bremer ein Stück weit nachvollziehen. „Das ist eine harte Entscheidung“, sagte Coach Niko Kovac: „Wenn er ihn nicht pfeift, können wir uns nicht beklagen.“

Ex-Nationalspieler Thomas Müller meinte: „Für mich war das aus dem Spiel heraus absolut ein Elfmeter. Durch den Videobeweis bekommt der Schiedsrichter ja mit, ob es elfmeterwürdig ist. Kingsley ist keiner, der sich fallen lässt.“ Kingsley Coman war nach einem Schubser von Theodor Gebre Selassie zu Fall gekommen.

Nur war der Videoassistent aber eben nicht eingeschritten und hatte Siebert nicht noch einmal darauf hingewiesen, sich die betreffende Szene selbst anzuschauen. Daher sah sich auch der DFB am Donnerstag gezwungen, Stellung zu beziehen. Dr. Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistenz, räumte ein, dass es „unbedingt zu einem On-Field-Review“ hätte kommen müssen, weil es Hinweise gegeben habe, die für und die gegen einen Strafstoß gesprochen hätten.

VAR hätte einschreiten müssen

Dass dies nicht geschehen ist, führte Drees auf eine fehlerhafte Kommunikation zwischen Schiedsrichter und VAR zurück. Nichtsdestotrotz stellte der Unparteiische, selbst als Videoassistent tätig, fest: „Aus schiedsrichterfachlicher Sicht halten wir die Strafstoßentscheidung für nicht korrekt.“

So endete Bremens Traum vom ersten Titel seit dem Cup-Gewinn 2009 am Mittwochabend auf recht tragische Weise. Der FC Bayern darf sich derweil auf Berlin freuen. Dort kommt es am 25. Mai im Olympiastadion zum Traumfinale gegen RB Leipzig, das sich in seinem Halbfinale gegen den Hamburger SV durchgesetzt hatte (3:1).