Basketball

Rückkehrer Clint Chapman freut sich auf Berlin

Der ehemalige Center von Alba trifft mit Vechta auf die Ex-Kollegen. Der US-Amerikaner hat bei seiner Rückkehr einiges vor.

Clint Chapman (Mitte) trifft mit seinem Klub Rasta Vechta auf die alten Kollegen von Alba Berlin.

Clint Chapman (Mitte) trifft mit seinem Klub Rasta Vechta auf die alten Kollegen von Alba Berlin.

Foto: Bild-Pressehaus / picture alliance / bild pressehaus

Berlin. Er war eine der ganz großen Überraschungen dieser Saison. Als Alba Clint Chapman (28) eine Woche vor dem Saisonstart von den Hiroshima Dragonflies aus Japan verpflichtete, war er der große Unbekannte aus einem Entwicklungsland des Basketballs.

Nach nur zwei Monaten, in denen er den verletzten Dennis Clifford wie geplant vertreten hatte und aus dem Stand zum Leistungsträger geworden war, musste er Landry Nnoko (24) weichen. Kameruns Nationalspieler war wegen ausstehender Zahlungen seines Klubs Sakarya BB in der Türkei plötzlich verfügbar geworden.

US-Center gewöhnt sich schnell an seine neuen Klubs

Chapman, wie Nnoko 2,08 Meter groß, wäre gern in Berlin geblieben, seine zweite Option ging jedoch auf: Er verließ Alba als ein gefragter Mann. An diesem Donnerstag kehrt der US-Center nach einem Sechs-Spiel-Intermezzo in Ludwigsburg mit Aufsteiger Rasta Vechta an seine alte Wirkungsstätte (19 Uhr, Mercedes-Benz Arena) zurück.

In das Überraschungsteam der Liga mit 20:7 Siegen (Alba: 19:5) lebte sich Chapman ebenso schnell ein wie seinerzeit in Berlin. In den fünf Spielen, die er bislang absolvierte, stand er jeweils in der ersten Fünf und kam in gerade mal 14:23 Minuten Einsatzzeit pro Spiel auf einen Schnitt von 15,2 Punkten. „Ich freue mich auf Berlin“, sagt Chapman, um gleich hinzuzufügen: „Aber ich komme, um zu gewinnen“, und jeder bei Alba weiß, dass ihr ehemaliger Kollege keineswegs scherzt.

Vechta hat in dieser Saison nicht nur Alba (80:69), sondern auch die Bayern (93:75) geschlagen, 85:67 in Bamberg gewonnen und dem Zweiten Oldenburg zuletzt einen Hunderter (100:85) eingeschenkt.

In seinem neuen Team fände sich bei weitem nicht so viel Talent wie in dem Albas, erklärt Chapman. „Wir sind eine Arbeiter-Mannschaft, mehr darauf angewiesen, aggressiv zu sein“, erklärt der ehemalige Berliner Center. „Jeder, der uns trainieren sähe, wäre überrascht, mit welcher Intensität es bei uns zugeht.“

Auch in Vechta trainiert ein spanischer Coach

Abermals quer einzusteigen, sei ihm auch leichter gefallen, weil Vechta wie auch Alba von einem spanischen Coach trainiert wird. Pedro Calles (35) ist nicht mal halb so alt wie Berlins legendärer Aito Reneses (72), aber eine Art spanischer Handschrift habe er wiedererkannt, „im Angriff wie auch in der Verteidigung“.

Natürlich hat Chapman am vergangenen Montag bei Albas Niederlage im dritten Eurocup-Finale in Valencia mitgelitten. „Ich habe Alba wirklich die Daumen gedrückt, das war ja meine Mannschaft und wir sind sehr gut miteinander ausgekommen“, erklärt der Center, der zu Albas ersten acht Eurocup-Spielen (sechs Siege) im Schnitt 10,0 Punkte und 4,8 Rebounds in 17:28 Minuten beigetragen hat.

Im Eurocup-Finale leidet Chapman mit Alba

Im entscheidenden dritten Finale habe er von seinen ehemaligen Mitstreitern „nicht den Basketball gesehen, mit dem sie sich bis ins Endspiel gekämpft haben. Schade, aber das lag sicherlich auch an der Klasse Valencias.“

Dass seine neue Mannschaft an diesem Donnerstag noch von Albas Enttäuschung in Europa profitieren kann, glaubt Chapman nicht. „Ich denke, es ist für alle gut, schnell wieder spielen zu müssen“, sagt er vor der Partie, in der es um eine gute Ausgangsposition für das Play-off geht. „Die klare Niederlage im Hinspiel wird Alba zusätzlich motivieren“, fügt er hinzu – und er weiß, wovon er redet. Denn er war dabei, 21:40 Minuten lang, im Alba-Trikot mit der Nummer 13.