Golf

Die Sportwelt verneigt sich vor Tiger Woods

Tiger Woods wird nach seinem Masters-Sieg mit Lob überschüttet. Der Superstar freut sich besonders über das Lächeln seiner Kinder.

Tiger Woods schreit seine Freude heraus.

Tiger Woods schreit seine Freude heraus.

Foto: David J. Phillip / dpa

Augusta.  Das historische Ausmaß seiner phänomenalen Rückkehr in den Golf-Olymp wurde Tiger Woods auf Twitter vor Augen geführt. Aus aller Herren Länder flatterten die Glückwünsche und Anerkennungen für den Triumph beim US Masters herein - mit dem es dem Superstar sogar gelang, US-Präsident Donald Trump und dessen Vorgänger Barack Obama auf eine Wellenlänge zu bringen. „Ein wirklich großer Champion“ ist Woods für Trump, Obama schrieb von „Exzellenz und Charakterstärke“.

Tennis-Star Williams bricht in Tränen aus

Sportlegenden wie Football-Star Tom Brady und Basketball-Ikone Magic Johnson schlossen sich den Elogen an, die 23-malige Tennis-Grand-Slam-Siegerin Serena Williams brach ob der Vorstellung des „unvergleichlichen“ Woods sogar „buchstäblich in Tränen aus“. Den Gefeierten selbst allerdings brachten lediglich die Reaktionen seiner eigenen Superstars aus der Fassung.

„Ich hoffe“, stammelte Woods mit tränenerstickter Stimme, „ich denke, dass die beiden sehr stolz auf mich sind“. Sam Alexis und Charlie Axel himmelten ihren Dad jedenfalls an, als sie Seite an Seite über das 18. Grün des Augusta National Golf Clubs schritten. Für Woods am Tag seines 15. Major-Erfolgs die wertvollste Prämie überhaupt.

Woods schwärmt von seinen Kindern

Bei seinem bis Sonntag letzten großen Sieg (2008) war Sam Alexis schließlich gerade erst geboren, Charlie Axel noch gar nicht auf der Welt. Scherzhaft hatten die Kinder deshalb einmal gesagt, dass sie ihren Vater nur als YouTube-Legende kennen würden. „Ich fühle mich gesegnet, meine wundervollen Kids in diesem Moment bei mir zu haben“, sagte Woods.

Das legendäre grüne Jackett, das er am Sonntag bereits zum fünften Mal übergestreift bekam und ein Jahr lang außerhalb des elitären Klubs tragen darf, will der 43-Jährige auch in der Schule seiner Kinder präsentieren. Wahrscheinlich wird er dort auch über den Beginn seiner schillernden Karriere referieren, über den ersten Major-Sieg vor 22 Jahren und über all die Höhen und Tiefen, die er in dieser Zeit erlebt hat.

Vier Rücken-Operationen und private Fehltritte

Vier Rücken-Operationen und noch mehr private Fehltritte begleiteten Woods in den vergangenen Jahren, diese Umstände verleihen seinem 81. Turniersieg noch mehr Glanz. "Ich konnte nicht schlafen, nicht laufen, nicht spielen", erinnerte sich Woods bei seinem ersten Siegerinterview in der Butler Cabin: "Das alles hier ist schlichtweg überwältigend."

Dank einer soliden, aber keinesfalls herausragenden Schlussrunde entzauberte Woods seine jüngeren Rivalen. Von einem Tag "wie in alten Zeiten", in denen nichts und niemand den US-Amerikaner aufhalten konnte, schrieb USA Today. "Woods ist auferstanden", titelte die Gazzetta dello Sport, nach dem "größten Comeback des Sports" (Daily Mail) ist der Milliardär "zurück an der Spitze" (Telegraph). Zumindest für den Moment.

In der Weltrangliste jetzt auf Platz sechs

In der Weltrangliste, die Woods unglaubliche 683 Wochen lang angeführt hatte, kletterte er durch den Sieg schonmal auf den sechsten Rang. Gut möglich, dass es in den kommenden Wochen weiter bergauf geht - zu den Favoriten wird Woods bei den anstehenden Majors im Mai (PGA Championship), Juni (US Open) und Juli (British Open) zweifellos gehören.

Und vielleicht kann er dann ja auch weiter den Abstand zu Rekord-Majorsieger Jack Nicklaus verkürzen. Der 18-malige Major-Champion, mutmaßte Woods, "sitzt bestimmt in seinem Garten und chillt". Ob er das tatsächlich tat, ist unbekannt - elektrisiert von Woods' Gala war Nicklaus allemal. "Es ist fantastisch", twitterte Nicklaus: "Ich freue mich für Tiger und den gesamten Golfsport."