Halbfinal-Pleite

„Den Volleys hat die letzte Gier gefehlt“

Die Titelverteidigung gerät nach der Pleite gegen Haching in Gefahr. Der Trainer sieht Probleme im Kopf, der Manager bei der Cleverness.

Berlins Nicolas Le Goff blockt den Ball am Netz, in Innsbruck verloren die BR Volleys trotzdem.

Berlins Nicolas Le Goff blockt den Ball am Netz, in Innsbruck verloren die BR Volleys trotzdem.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Die Ernüchterung bei den Berlin Recycling Volleys ist groß. Der Tiebreak im ersten Play-off-Duell bei den Alpenvolleys Haching war zum Greifen nahe. Aber selbst fünf Satzbälle nacheinander konnte die Mannschaft im vierten Durchgang nicht nutzen. „Das ist dann nicht nur Pech. Da mangelt es auch an Erfahrung bei unseren Spielern“, sagte Manager Kaweh Niroomand, nachdem der Titelverteidiger am Mittwoch zum Start ins Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft mit 1:3 (26:28, 20:25, 25:23, 29:31) verloren hatte.

Teil zwei der im Modus Best of Five ausgetragenen Serie steigt am Samstag (17.30 Uhr) in der Berliner Schmeling-Halle. „Wir müssen jetzt ganz schnell unsere Defizite aufarbeiten“, sagte Berlins Trainer Cedric Enard. Für den Franzosen war die Niederlage in Innsbruck letztlich auch eine Frage der Einstellung: „Meiner Mannschaft hat die Entschlossenheit, die letzte Gier gefehlt, um die vielen Breakchancen zu nutzen. Zu oft haben meine Spieler in wichtigen Situationen zu zögerlich reagiert.“

Die Fortsetzung der Halbfinal-Serie verspricht dennoch viel Spannung. Schließlich endeten drei der vier Sätze im ersten Spiel mit nur zwei Punkten Differenz, davon zwei Durchgänge erst in der Satzverlängerung. In den beiden Fällen, in denen der Satz über den 25. Punkt hinausging, hatten die BR Volleys das Nachsehen. „Das ist dann auch eine Frage der Cleverness“, rügte Niroomand.

Dass der Sieg des deutsch-österreichischen Teams keine Vorentscheidung gebracht hat, dafür zeigten auch die 2001 Zuschauer in der Olympiahalle von Innsbruck ein feines Gespür. Als der sehr marktschreierisch auftretende Hallensprecher das Publikum bei einer Führung der Gastgeber von 2:0 nach Sätzen und 7:3 im dritten Durchgang aufforderte, nun doch mal «Finale, Finale» zu singen, kam kaum eine Reaktion von den Rängen. Sie wissen, dass sich der Titelverteidiger noch lange nicht geschlagen gibt.