Golf

Langer glaubt bei US-Masters an Sieg von Woods

Der Deutsche ist zum 36. Mal in Augusta am Start, Tiger Woods ist wieder in Form. Jungstar McIlroy will den Grand Slam

Bernhard Langer beim Training in Augusta

Bernhard Langer beim Training in Augusta

Foto: BRIAN SNYDER / Reuters

Augusta. Deutschlands Golf-Idol Bernhard Langer traut Superstar Tiger Woods den 15. Triumph bei einem Major-Turnier zu. „Tiger Woods war die letzten eineinhalb Jahre in guter Form. Er ist jetzt wieder fit, er fühlt sich wohl. Sein Schwung sieht konstanter aus“, sagt der 61 Jahre alte Anhausener: „Ich glaube, er hat es drauf.“

Woods zählt beim 83. US Masters, das ab diesem Donnerstag wieder im Augusta National Golf Club ausgespielt wird, zu den Favoriten. Ebenso wie Rory McIlroy aus Nordirland, der schon einige Top-Leistungen in diesem Jahr gezeigt hat mit dem Triumph bei der prestigeträchtigen Players Championship und sechs weiteren Top-Ten-Platzierungen. Ein Sieg jetzt wäre „gewaltig und eine großartige Errungenschaft“, sagt McIlroy. In erster Linie deshalb, weil McIlroy dann endlich seinen Karriere-Grand-Slam vollendet hätte. Mindestens ein Erfolg bei allen vier Major-Turnieren war bislang nur den Golf-Ikonen Woods, Jack Nicklaus, Gary Player, Ben Hogan und Gene Sarazen gelungen.

27 Millionen Dollar auf der Senioren-Tour eingespielt

Der zweimalige Masters-Sieger Langer wird zum 36. Mal in Augusta abschlagen. Als ehemaliger Champion (1985 und 1993) genießt er ein lebenslanges Startrecht an der Magnolia Lane. „Mein Start war fantastisch in diesem Jahr“, sagt Langer, der seit über einem Jahrzehnt die Senioren-Tour in den USA dominiert.

Bei den ersten drei Turnierstarts 2019 belegte er die Plätze drei, eins und zwei. „Leider habe ich mich dann verletzt, musste ein paar Wochen aussetzen, bei zwei Turnieren absagen“, so Langer, der bisher bei den über 50-Jährigen 39 Turniere gewinnen und über 27 Millionen Dollar an Preisgeld einspielen konnte. „Aber ich bin wieder gesund, und ich hoffe, dass es so weitergeht, wie es vor ein paar Wochen aufgehört hat.“

Geborgenheit, Zuversicht, Wohlgefühl – Bernhard Langer verspürt so etwas nur an ganz ausgewählten Plätzen dieser Erde. Sein Geburtsort Anhausen gehört dazu, ebenso die Wahlheimat Boca Raton im sonnigen US-Bundesstaat Florida – oder eben das Golf-Mekka von Augusta. „Es ist“, sagt er, „als würde ich nach Hause kommen“.

Der Vorjahressieger serviert Käsenudeln mit Spinat

Wenn Langer in diesen Tagen dort abschlägt, sind Aufregung und Vorfreude trotzdem noch genauso groß wie am allerersten Tag. „Das wird auch immer so bleiben, auch wenn ich mittlerweile natürlich weiß, was mich dort erwartet“, so Langer der „Bild am Sonntag“. Wie an jedem Dienstag in der Turnierwoche nahm Langer zunächst am traditionellen Champions Dinner teil, bei dem Vorjahressieger Patrick Reed (USA) diesmal Ribeye-Steak mit Käsenudeln, Rahmspinat und Maiskolben servierte.

Langer, der sich das grüne Jackett des Siegers erstmals 1985 überstreifen durfte und acht Jahre später noch einmal erhielt, befindet sich in seinem 45. Profijahr. Den jährlichen Abstecher nach Augusta ins Getümmel der viel jüngeren Rivalen, die seine Kinder sein könnten, sieht der vierfache Vater Langer daher als Abwechslung und Herausforderung zugleich: „Ich versuche, wie Rotwein zu sein. Der wird im Alter auch immer besser.“

Denn die Motivation ist ebenso wie „die Hoffnung, ganz vorne mitspielen zu können“, nach wie vor ungebrochen. Auch deshalb ist Langer ein Top-Resultat eher zuzutrauen als dem seit Jahren schwächelnden Martin Kaymer (Mettmann). Während die deutsche Nummer eins (Weltranglistenplatz 190) die untypisch nach links verlaufenden Spielbahnen einfach nicht meistert, scheint es Langer spielerisch leicht hinzubekommen.

Ein paar Jahre hat der 61-Jährige noch in sich

Jedes Jahr aufs Neue. Trotz physischer Nachteile. „Ich bin nicht so stark wie die Jungen. Also muss ich versuchen, das auf andere Weise wieder gutzumachen“, sagt Langer. Im Kurzspiel gehört er immer noch zu den Besten, dank seines Ballgefühls hat er es 2014 sogar nochmal auf den achten Rang geschafft. Und ein Ende ist nicht in Sicht. „Ich bin voll dabei und habe noch einige Jahre in mir“, sagt Langer.