Handball

In Berlin startet für das DHB-Team die nächste Mission

Nach dem Besuch bei Bundeskanzlerin Merkel und mit drei Füchse-Spielern wollen Deutschlands Handballer die Teilnahme an der EM 2020 sichern.

Bundestrainer Christian Prokop setzt auf der Spielmacherposition auf Füchse-Spieler Paul Drux.

Bundestrainer Christian Prokop setzt auf der Spielmacherposition auf Füchse-Spieler Paul Drux.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. In Berlin eine Mission zu starten, das hat sich für Deutschlands Handballer bewährt. Bei der WM im Januar hatte das Team von Bundestrainer Christian Prokop seine Gruppenspiele in der Hauptstadt ausgetragen. Und war als Gruppenerster auf die weitere Reise durchs Turnier gegangen. Zwar endete diese Mission nicht mit dem erhofften Titel, dafür hatten Kapitän Uwe Gensheimer und Co. aber eine regelrechte Handball-Euphorie im Land entfacht.

Empfang bei der Kanzlerin ist WM-Abschluss

Und so ging es auch in dieser Woche von Berlin aus los. Dieses Mal soll die Teilnahme an der Europameisterschaft 2020 gesichert werden, die in Schweden, Norwegen und Österreich ausgetragen wird. Zwei Spiele gegen Polen stehen auf dem Programm, zwei Siege müssen her. „Wir wollen an die WM-Leistungen anknüpfen und die vorzeitige EM-Qualifikation eintüten“, sagte Prokop vor der ersten Partie gegen das polnische Team am Mittwoch (18 Uhr, ARD) in Gleiwitz.

Bevor es aber am Dienstag mit dem Flieger ins Nachbarland ging, durfte sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) noch einmal für ihre Leistungen im Januar feiern lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zum Empfang ins Kanzleramt geladen. „Das war eine große Ehre für uns und der Abschluss der WM“, sagte Kapitän Gensheimer.

DHB-Vizepräsident Hanning fordert zwei Siege

Abschluss also, Zeit für was Neues, den Blick nach vorn gerichtet. Immerhin steht jetzt eine „Woche der Wahrheit“ an, wie DHB-Vizepräsident und Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning befand. Die Wahrheit darüber, ob das deutsche Team auch außerhalb der WM-Euphorie im eigenen Land bestehen kann.

Wie schon beim Saisonhöhepunkt im Januar sind auch wieder drei Spieler der Füchse Berlin an Bord. Deren Abreise wird man in Berlin wohl auch mit einem mulmigen Gefühl verfolgt haben – besonders die von Paul Drux. Von der letzten Länderspielwoche Anfang März, in der Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter und Berlins Spielmacher Fabian Wiede verletzungsbedingt passen mussten, war der 24-Jährige mit einem bedenklichen Formtief zurückgekehrt.

Drux soll sich neues Selbstvertrauen holen

Füchse-Trainer Velimir Petkovic und sein Team hatten versucht, den Rückraumspieler mit ein paar Verschnaufpausen da wieder herauszuholen. Damit ist jetzt zwar erstmal Schluss. Es bleibt aber die Hoffnung, dass sich Drux im Kreise der Nationalmannschaft das Selbstvertrauen zurückholt, das ihn zu einem der besten Rückraumspezialisten des Landes macht.

Das könnte auch deswegen gelingen, weil Bundestrainer Prokop auf der Spielmacher-Position auf ein Berliner Duo setzen dürfte.

Nachdem sich Martin Strobl (32) – Routinier in der Rückraum-Mitte – bei der WM das Kreuzband gerissen hatte, waren Drux und Kumpel Wiede schon im Turnier auf der Mittelposition eingesprungen. Sollen am Mittwoch und auch am Sonnabend, wenn das DHB-Team die polnische Auswahl dann in Halle/Westfalen empfängt (14 Uhr, ZDF), die Geschicke auf dem Feld leiten. Und mit dem Selbstvertrauen aus zwei Siegen wird man das Füchse-Trio dann sicher gern in Berlin zurück begrüßen.