Medienschelte

Niko Kovac: „Nicht in Ordnung, was hier abgeht“

Bayern-Trainer Niko Kovac lässt nach dem 5:0 gegen Borussia Dortmund Dampf ab. Mit seinen Spielern hat das allerdings nichts zu tun.

Mann klarer Worte: Der Berliner Niko Kovac.

Mann klarer Worte: Der Berliner Niko Kovac.

Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts/Getty Images

München.  Die Freude über das 5:0 gegen Borussia Dortmund war gewaltig, aber der Ärger auf die allgemeine Berichterstattung war es auch: Bayern-Trainer Niko Kovac hat nach der Gala des FC Bayern mit einer Medienschelte aufhorchen lassen.

Der Coach der Münchner kritisierte am Sonnabend, dass der Fußball heute nicht mehr im Fokus der Berichterstattung stehe. „Es geht nur noch um Nebensächlichkeiten, nur noch um Sensationen“, sagte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Nach taktischen Aspekten oder Spieldetails werde gar nicht mehr gefragt, sondern alles auf Sieg oder Niederlage verdichtet.

Auslöser war Frage nach der Boateng-Party

„Das ärgert mich“, sagte der Berliner, „aber nicht nur mich. Da gibt es noch andere Kollegen, die das genauso ärgert. Das muss mal gesagt werden. Ich bin kein Moralapostel. Wir müssen mal wieder klarkommen mit unserem Leben. Das ist nicht in Ordnung, was hier abgeht.“

Er war gefragt worden, ob seine Spieler nach diesem Erfolg und dem Sprung an die Bundesliga-Tabellenspitze auf die für den Abend geplante Party von Jérôme Boateng in einer Münchner Nobeldiskothek gehen dürften.

„Wir sind alle Menschen“

Außerdem kritisierte Kovac den öffentlichen Umgang mit Trainern. „Wenn du gewinnst, hast du nichts richtig gemacht. Wenn du verlierst, hast du alles falsch gemacht“, stellte der Kroate fest, der zuletzt selbst häufig in der Kritik stand.

„Wir sind diejenigen, die alles abbekommen.“ Das sei in der heutigen Zeit so, störe ihn aber sehr. „Weil ich glaube, wir sind alle Menschen und jeder muss an sich den Anspruch haben: Was ich nicht möchte, das mir einer antut, das tue ich keinem anderen an. Das ist das Wort zum Sonntag.“