Hockey

Die Pro League verzerrt den Titelkampf

Die Männer des BHC starten am Wochenende in Düsseldorf und Köln in die Rückrunde der Hockey-Bundesliga.

Martin Häner und der BHC starten am Wochenende in die Rückrunde.

Martin Häner und der BHC starten am Wochenende in die Rückrunde.

Foto: nph / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. In Spanien hat sich der Berliner HC auf die Rückrunde in der Feldhockey-Bundesliga vorbereitet. Eine Woche trainierten die BHC-Männer in Barcelona, wo sie auch Testpartien gegen europäische Spitzenteams absolvierten. „Unsere Form ist tendenziell gut“, meint Trainer Rein van Eijk vor den Spielen am Sonnabend in Düsseldorf und am Sonntag bei Tabellenführer Rot-Weiß Köln.

Der BHC hat nur zwei Nationalspieler im Kader

Die Reise sei eine Belohnung für alle gewesen, die sonst nicht mit dem Nationalteam im Ausland unterwegs sind. Womit schon das eigentliche Problem angesprochen wäre: Die Auswahlspieler sind in dieser Saison häufiger weg, als es den Vereinen lieb ist.

Parallel zur Bundesliga messen sich die besten Nationen in der Pro League, die auf den nationalen Spielbetrieb keine Rücksicht nimmt. Der BHC hat Glück, dass er mit Martin Häner und Martin Zwicker nur zwei Nationalspieler im Kader hat. Andere Vereine sind viel stärker betroffen. Rot-Weiß Köln etwa konnte vor dem Rückrundenstart gerade einmal komplett trainieren. Besonders taktisch könne man da nicht mehr viel ausrichten, sagt Trainer André Henning.

Pro League hat noch Verbesserungspotenzial

„Die Pro League hat großen Einfluss auf die Länder mit starken Ligen“, sagt van Eijk. Neben Deutschland sind das vor allem Belgien und die Niederlande. Besonders deutlich wurde das in der Hallenrunde, als einige Teams durch den Wegfall ihrer Nationalspieler quasi aus dem Wettbewerb genommen wurden.

„Wir müssen darauf achten, dass die Bundesliga stark bleibt“, sagt Henning. Grundsätzlich sei die Pro League eine gute Idee, um den Hockeysport international weiter voranzubringen. Es gebe jedoch noch einigen Optimierungsbedarf.

Fast nur noch Wochenenden mit gleich zwei Spielen

Die Pro League wirkt sich auch auf den Spielplan aus. Die Rückrunde ist in diesem Jahr kürzer als sonst, ein Doppelwochenende jagt das nächste. „Wir können noch nicht absehen, wie die Jungs damit umgehen“, sagt Henning. Auch Dirk Bosserhoff, Hockey-Vorstand bei Uhlenhorst Mülheim, sieht eine massive Belastung: „Je nachdem, ob der eine oder andere Spieler ausfällt, kann sich das schon auf die Meisterschaft auswirken.“

Im Vorteil sind die Vereine, die ihren besten Spielern auch einmal eine Verschnaufpause gönnen können. Van Eijk hätte nichts dagegen, wenn die Topteams den einen oder anderen Nationalspieler gegen Berlin schonen würden.

Der BHC hat als Tabellensiebter Platz vier und damit die Qualifikation für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft noch nicht abgeschrieben. „Wir wollen oben angreifen. Dafür müssen wir aus den ersten vier Spielen neun Punkte holen“, rechnet van Eijk.