Eurocup

Alba Berlin greift nach dem Eurocup

Alba Berlin gewinnt mit 87:81 bei BC Andorra auch das zweite Halbfinal-Spiel und steht damit im Finale gegen Valencia Basket.

Albas Luke Sikma (Mitte) stoppt Michele Vitali (r) von BC Andorra

Albas Luke Sikma (Mitte) stoppt Michele Vitali (r) von BC Andorra

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Basketball-Feiertag in der Hauptstadt. Alba steht nach 1995 (Korac Cup) und 2010 (Eurocup) zum dritten Mal in einem Europapokalfinale. Die Berliner gewannen nach dem 102:97 am vergangenen Dienstag auch Spiel zwei der Halbfinale-Serie gegen BC Andorra.

Dabei mussten sie wie schon in Berlin auch im Fürstentum in den Pyrenäen am Ende zittern, zogen aber mit 87:81 (51:42) ins Endspiel. „Das war hart, aber dafür haben wir trainiert“, strahlte Peyton Siva, nicht nur wegen seiner 21 Punkte abermals überragend. Coach Aito Reneses schnaufte durch, „weil am Ende die Emotionen kaum noch zu kontrollieren waren“.

Im Finale, das zwischen dem 9. und 15. April ebenfalls im Best of 3-Modus ausgetragen wird, trifft Alba wie 2010 auf die Mannschaft von Valencia Basket, die viereinhalbtausend Kilometer östlich von Andorra bei Unics Kasan das Endspiel klarmachte. Nach dem 69:64 in Spiel eins in eigener Halle erkämpften die Spanier am Freitag in der Hauptstadt Tatarstans ein 79:73, wobei das Ex-Team von Luke Sikma, das gegen Alba Heimrecht haben wird, mit dem 14. Eurocup-Sieg in Folge einen neuen Vereinsrekord aufstellte.

Alba startet optimal ins Spiel

Wenn man bedenkt, dass Andorra zuvor alle neun Heimspiele dieser Eurocup-Saison gewonnen hatte, startete Alba nahezu optimal in die Partie. Mit dem 17-jährigen Franz Wagner in der ersten Fünf blieben sie keine Antwort schuldig und führten erstmals mit 21:15 (8.) etwas deutlicher.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Berlins Coach Aito Reneses bereits einmal durchgewechselt, wissend, dass einem in 1023 Metern Höhe im Poliesportiu d’Andorra schnell die Puste ausgeht.

Es dauerte nicht lange, bis die Nerven auf beiden Seiten blank lagen, ohne dass es übermäßig hart wurde. Nach Serien von Ballverlusten und Freiwürfen auf beiden Seiten – die Schiedsrichter hielten die Partie an einer äußerst kurzen Leine – war Albas Führung auf 33:32 (13.) zusammengeschmolzen. Dann traf Tim Schneider per Dreier zum 44:33 (17.), Peyton Siva legte mit der Schlusssirene der ersten Halbzeit von der Mittellinie zum 51:42 nach. „Damit können wir zufrieden sein“, fand Luke Sikma.

Albas Giedraitis wird zum Helden

Wie gewohnt bekam Alba in den ersten Minuten nach der Pause nichts auf die Reihe. Erst als die Lage bedrohlich wurde (53:54/24.), fanden die Berliner – ebenfalls nicht zum ersten Mal – ihren Rhythmus wieder.

Nach Körben von Martin Hermannsson, Siva und Rokas Giedraitis zum 73:62 (30.) wartete auf die Berliner in der Schlussphase die nächste Krise. Eine, in der Rokas Giedraitis zum Helden wurde. Albas Litauer beendete mit vier seiner insgesamt 14 Punkte eiskalt alle Hoffnungen der ambitionierten Gastgeber.