DFB-Team

Goretzka spricht bewegende Worte nach Rassismus-Vorfall

Der Nationalspieler äußert auf der Pressekonferenz vor dem Duell gegen Holland ein starkes Statement gegen Fremdenfeindlichkeit.

Leon Goretzka hat eine klare Botschaft.

Leon Goretzka hat eine klare Botschaft.

Foto: dpa

Wolfsburg. Während Leon Goretzka und Marco Reus im Wolfsburger Medienzentrum über das kommende EM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande sprachen, konnten sie durch die großen, weiten Fenster auf das Stadion blicken. Dem Ort also, an dem die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch 1:1 gegen Serbien gespielt hatte. An dem sich während der Partie aber auch ein Rassismus-Vorfall ereignet hatte, der durch ein Video des Journalisten André Voigt bekannt wurde – und der so für Entsetzen gesorgt hatte. Auch innerhalb der Mannschaft.

„Ich habe mir das Video angeschaut. Es hat mich sehr bewegt und entsetzt“, meinte Goretzka mit fester Stimme. „Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität mit Schalke, Dortmund oder Bochum.“ Integration sei eigentlich kein Thema, sondern eine Selbstverständlichkeit. „Ich kann nur alle aufrufen, mit viel Mut dagegen vorzugehen.“ Auch Marco Reus stellte klar: „Das ist eine Sache, die nicht geht. Wir stehen für Vielfalt. Egal welche Hautfarbe.“

In dem Video hatte der Journalist Voigt berichtet, wie drei Zuschauer, die eine Reihe hinter ihm saßen, die Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan rassistisch beleidigt haben sollen. Es sollen Beleidigungen wie „Neger“ und „Bimbo“ gefallen seien. Später soll sogar die Naziparole „Heil Hitler“ skandiert worden sein.

Die drei Männer haben sich gestellt

Mittlerweile haben sich die drei Männer bei der Polizei gestellt.Sie haben sich in einer ersten Vernehmung auch zum Sachverhalt geäußert. „Die Polizei wird weitere Ermittlungen wegen Volksverhetzung durchführen und den Vorgang Anfang nächster Woche an die Staatsanwaltschaft Braunschweig abgeben“, sagte Wolfsburgs Polizeichef Olaf Gösmann.

Auch DFB-Präsident Grindel zeigte sich entsetzt

Auch DFB-Präsident Reinhard Grindel machte am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt sein Entsetzen über Vorfall deutlich. „Das hat mich sehr betroffen gemacht. Kein Spieler darf diskriminiert werden. Wir als DFB werden jedem, der das tut, die Rote Karte zeigen“, meinte Grindel.