Schwimmen

Berlins Sport trauert um Olympiasiegerin Andrea Pollack

Die Nachricht vom Krebstod mit 57 ist für viele Berliner Sportler ein Schock, denn sie kannten die frühere DDR-Schwimmerin als Physiotherapeutin.

Andrea Pinske-Pollack war selbst dreimal Olympiasieger und später als Physiotherapeutin enge Vertraute vieler Berliner Sportler.

Andrea Pinske-Pollack war selbst dreimal Olympiasieger und später als Physiotherapeutin enge Vertraute vieler Berliner Sportler.

Foto: Thomas Eisenhuth / pa/dpa

Die dreimalige Schwimm-Olympiasiegerin Andrea Pollack ist tot. Die Frau, die die 100 Meter Schmetterlin einst als erste Frau unter einer Minute absolvierte, verstarb im Alter von 57 Jahren, wie der Olympiastützpunkt Berlin auf seiner Internetseite bekannt gab. Dort arbeitete Andrea Pinske, wie sie inzwischen hieß, fast vier Jahrzehnte als Physiotherapeutin und war als solche auch enge Vertraute.

Nach Informationen der „Bild“ erlag sie einem Krebsleiden. „Mit ihren Erfahrungen und menschlichen Werten verstand sie die Gedanken und Emotionen von Leistungssportlern und hatte so eine enge Verbindung zu den Athleten“, schrieb der OSP Berlin in seinem Nachruf auf die frühere Leistungsschwimmerin: „Mit ihrem Wirken und ihren tiefen menschlichen Werten hat Polli uns alle geprägt. Das bleibt uns auch nach dem schmerzlichen Verlust.“

Als gebürtige Pollack hatte sie bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal zweimal Gold über 200 m Schmetterling und mit der 4x100-m-Lagenstaffel der damaligen DDR gewonnen. Vier Jahre später wiederholte sie in Moskau den Olympia-Triumph mit der Staffel. Pollacks Erfolge wurden jedoch von einer positiven internen Dopingprobe und ihrer Doping-Beichte nach der politischen Wende überschattet. Ob ihre Krankheit auf den früheren Steroidkonsum zurückzuführen ist, kann nicht ausgeschlossen werden. Pollack hatte nach ihrer Karriere auch eine Fehlgeburt erlitten. Sie hinterlässt ihre Ehemann und Sohn Michael (33), der 2008 im Judo an Olympia teilnahm.