Eishockey-Play-off

Eisbären im Schnelldurchgang ins Viertelfinale

Die Eisbären gewinnen auch die zweite Pre-Play-off-Partie gegen Straubing mit 4:2 und warten noch auf ihren Gegner.

Berlins André Rankel (3. v.l.) freut sich über seinen Treffer. Und die Eisbären über den Einzug in das Viertelfinale.

Berlins André Rankel (3. v.l.) freut sich über seinen Treffer. Und die Eisbären über den Einzug in das Viertelfinale.

Foto: Britta Pedersen/dpa

Berlin. Das erste Heimspiel des Play-off nutzen die Fans des EHC Eisbären gern für eine Botschaft. Mittels einer Choreografie lassen sie dann raus, was sie schon immer gern mal loswerden wollten. „Mit aller Macht zur Acht“ war einst so ein Motto in Anspielung auf die sieben Meistertitel der Berliner in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Das könnte zwar immer noch gelten, doch so vermessen ist man nicht nach einer mehr enttäuschenden als durchwachsenen Punkterunde.

Optimismus wollten die Fans dennoch verbreiten. „In der Hauptrunde oft klein beigegeben, die Playoffs erwecken uns zu neuem Leben!!“, schrieben sie diesmal.

Zumindest der Auftakt in der ersten K.o.-Runde bestätigt die Theorie. Mit zwei Siegen gewannen die Berliner die „Best of three“-Serie gegen die Straubing Tigers, ließen dem 3:2 nach Verlängerung in Niederbayern nun am Freitag in der Mercedes-Benz Arena vor 13.708 Zuschauern ein 4:2 (2:0, 1:1, 1:1) folgen. Zum ersten Mal zogen die Eisbären damit als Neunter in das Viertelfinale ein. Auf wen sie dort treffen, hing vom Ausgang des zweiten Pre-Play-off-Duells zwischen Nürnberg und Bremerhaven ab (endete nach Redaktionsschlusss dieser Ausgabe). Entweder der Titelverteidiger und Hauptrunde-Zweite München oder Hauptrunden-Gewinner Mannheim wird der Gegner werden.

Ehrenbully zum Frauentag

Zur Feier des Tages gab es diesmal ein Ehrenbully, Nina Kamenik, eine Spielerin des Frauenteams der Eisbären, warf den Puck ein anlässlich des Frauentages. Ganz sicher wollten die Straubinger auch mindestens einer Frau ihre Ehre erweisen, schließlich sind die Tigers der einzige Klub in der DEL, bei dem in Gabi Sennebogen eine Dame die Geschicke als Klubchefin lenkt. Gekämpft haben die Niederbayern hart dafür, doch die jüngsten Ausfälle – in Spiel eins mussten zwei Profis nach Verletzungen ausscheiden – trafen die ohnehin dezimierte Mannschaft empfindlich.

Genauso das frühe Tor von Marcel Noebels, der nach 95 Sekunden einen klugen Angriff mit einem Rückhandschuss zum 1:0 für die Gastgeber beendete. Nach ein paar Minuten aber zeigten die Gäste, dass sie die Hoffnung nicht verloren haben. Die Berliner ließen sich immer wieder von den Tigers unter Druck setzten, Torhüter Kevin Poulin musste einige Male eingreifen. Doch ein weiterer schöner Angriff über Colin Smith führte zum 2:0 durch Jamie MacQueen (18.).

Ihren Biss verloren die Straubinger auch dadurch nicht, Sandro Schönberger lenkte den Puck zum verdienten Anschlusstreffer ins Netz (25.). Die Partie war wieder offen. Bis André Rankel einen Schuss von Florian Kettemer ins Tor abfälschte (31.).

Eisbären ziehen in nächste Runde ein

Ein Treffer zum richtigen Zeitpunkt, der den Eisbären mehr Kontrolle über die Partie gab, da er den Bayern etwas ihre Energie zu rauben schien. Ohne größere Probleme fuhren die Berliner, James Sheppard erzielte noch das 4:1 (51.) und Stephan Daschner traf zum 4:2 (54.), schließlich ihren sechsten Sieg in Serie ein und zogen wie bereits zweimal zuvor (2012 und 2017) auch im dritten Play-off-Duell mit Straubing in die nächste Runde ein. Es scheint tatsächlich, als wäre mit den K.o.-Spielen so etwas wie neues Leben bei den Eisbären eingekehrt.