Nordische Ski-WM

Eisenbichler holt im Mixed-Team sein drittes WM-Gold

Kombinierer erleben in Seefeld mit der Mannschaft eine Achterbahnfahrt – mit Happy End.

Markus Eisenbichler, Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Karl Geiger (v.l.n.r.) feiern ihren WM-Titel.

Markus Eisenbichler, Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Karl Geiger (v.l.n.r.) feiern ihren WM-Titel.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Seefeld. Axel Lukacsek

Markus Eisenbichler ist am Ziel seiner Träume angekommen. „Ich habe noch nicht realisiert, was ich da geschafft habe. Diese WM war für mich sensationell“, sagte der 27-Jährige aus Siegsdorf, der mit dem deutschen Team im Mixed-Wettbewerb der Nordischen Ski-WM von Seefeld seine dritte Goldmedaille dieser Titelkämpfe erobert hat.

Gemeinsam mit Karl Geiger, Katharina Althaus (beide Oberstdorf) und Juliane Seyfarth aus Ruhla triumphierte er vor Österreich und Norwegen. Deutschland ist mit vier Titeln bei dieser WM damit die erfolgreichste Skisprung-Nation.

Im ersten Durchgang gibt Eisenbichler die Führung noch ab

Althaus hatte das deutsche Quartett mit einem Satz auf 107,5 Meter in Führung gebracht, die Eisenbichler aber zunächst abgeben musste. „Ich habe nach der ersten Runde in der Kabine erstmal rumgeschrien. Aber ich bin im zweiten Durchgang entspannt geblieben“, sagte der Bayer, der sich tatsächlich steigerte und die Mannschaft wieder nach vorn brachte.

Seyfarth behauptete den Spitzenplatz, den Vizeweltmeister Geiger schließlich im letzten Sprung auf 107 Meter endgültig sicherte. „Karl ist so cool. Ich war mir sicher, dass er das runterbringt“, sagte Althaus mit einem Strahlen im Gesicht.

Kombinierer holen Silbermedaille hinter Norwegen

Die Kombinierer erlebten unterdessen eine Achterbahnfahrt. Das Quartett um Eric Frenzel (Oberwiesenthal), Vinzenz Geiger, Johannes Rydzek (beide Oberstdorf) und Fabian Rießle (Breitnau) lag nach dem Springen mit einem Rückstand von 41 Sekunden nur auf dem vierten Platz.

Als Startläufer Rydzek schließlich völlig einbrach („Von der letzten halben Runde weiß ich nichts mehr.“) und beim ersten Wechsel die Distanz zur Spitze gar auf knapp eine Minute angewachsen war, schienen alle Medaillenträume endgültig geplatzt.

Schlussläufer Geiger verpasst Sieg um eine Sekunde

Einen großen Auftritt hatte jedoch einmal mehr Eric Frenzel, der in Seefeld zuvor den Einzelwettbewerb von der Großschanze und den Teamsprint gewonnen hatte. „Ich weiß nicht, wo der Junge das immer herholt“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch staunend über den Sachsen, der in der Loipe den Turbo zündete und schließlich auf den zweiten Platz gestürmt war.

Schlussläufer Geiger verpasste nur um eine Sekunde hinter den siegreichen Norwegern den Titel, was aber niemanden störte. Auch Johannes Rydzek konnte später wieder lachen. „Ich muss den Jungs ein Kompliment machen, dass sie das noch rausgeholt haben. Ich hatte gute Tage in meiner Karriere, heute war das definitiv keiner“, sagte der Oberstdorfer erleichtert.