Ski Alpin

Shiffrin schreibt mit viertem Slalom-Titel Geschichte

Selbst mit einer Lungenentzündung gewinnt der US-Star im Slalom, die beste Deutsche landet nur auf Rang elf.

Erst 23 Jahre alt, aber schon viermal Weltmeisterin im Slalom: Mikaela Shiffrin

Erst 23 Jahre alt, aber schon viermal Weltmeisterin im Slalom: Mikaela Shiffrin

Foto: LEONHARD FOEGER / REUTERS

Ihr Körper streikte, doch „Wonder Woman“ Mikaela Shiffrin bot verzweifelt ihre letzten Kräfte auf. Im Ziel des WM-Slaloms von Are sank die Amerikanerin völlig ausgelaugt in den schwedischen Frühlingsschnee, sie hatte es tatsächlich geschafft: Führung! Zwei Konkurrentinnen standen allerdings noch oben am Berg Areskutan. Doch als Lokalmatadorin Anna Swenn-Larsson und Kombinations-Weltmeisterin Wendy Holdener (Schweiz) im Ziel ankamen, war Shiffrin immer noch vorne.

Die neue und alte Weltmeisterin schlug die Hände vor ihr blasses Gesicht. Dass sie ihren Slalom-Titel zum dritten Mal erfolgreich verteidigt und damit mal wieder Ski-Geschichte geschrieben hatte, überraschte sie selbst wohl am meisten. „Ich musste wirklich alles geben. Ich glaube, ich habe eine leichte Lungenentzündung, ich kann kaum atmen, ohne zu husten“, sagte sie: „Auf halbem Weg ist mir die Luft weggeblieben, da habe ich nur noch darum gekämpft, irgendwie auf den Beinen zu bleiben. Es war ein wirklich harter Tag. Ich hatte so viele Zweifel, aber in den entscheidenden Momenten ging alles auf.“

Vier Titel in ein und derselben Disziplin - das hatte vor der immer noch erst 23 Jahre alten Shiffrin noch kein Skifahrer geschafft. Und mit den Goldmedaillen im Slalom und im Super-G sowie Bronze im Riesenslalom ist sie auch noch die beste Skirennfahrerin dieser WM. Während Holdener, die Führende nach dem ersten Lauf, auf Rang 17 zurückfiel, jubelte Swenn-Larsson (0,58 Sekunden zurück) mit Tausenden Landsleuten über die erste schwedische Medaille bei dieser WM. „Ich bin so glücklich“, sagte die 27-Jährige, die sich übermannt von ihren Gefühlen ebenfalls in den Schnee hatte fallen lassen, „Silber für Schweden ist toll!“ Riesenslalom-Weltmeisterin Petra Vlhova (Slowakei/1,03) holte nach Kombi-Silber mit Bronze ihr drittes Edelmetall.

Bei den deutschen Starterinnen herrschte derweil Ernüchterung. Lena Dürr, beste Deutsche auf Rang elf, durfte zwar im zweiten Lauf rund vier Minuten auf dem Thron der Führenden Platz nehmen, hatte aber insgeheim auf mehr gehofft. „Es ärgert mich brutal, dass ich den ersten Lauf so verschlafen habe“, sagte Dürr, die sich im Finale von Rang 15 noch etwas nach vorn schob: „Die Platzierung ist nicht das, was ich mir erhofft hatte.“ Auch Christina Geiger haderte. Die Allgäuerin lag bei der Einfahrt in den Zielhang auf Kurs Top Acht, als sie schwer patzte und ausschied.