DFB-Pokal

Bayern-Coach Kovac – „Das kann einen den Kopf kosten“

Der Münchner Trainer Niko Kovac warnt vor seiner Rückkehr in seine Heimatstadt vor Herthas Umschaltspiel und eigenen Nachlässigkeiten

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

München.  Herthas Coach Pal Dardai glaubt an ein Elfmeterschießen gegen die Bayern im Pokal. Und, Herr Kovac, wie sehen Sie’s? Schon Elfer trainieren lassen? Der Bayern-Trainer schüttelte vehement den Kopf: „Elfmeterschießen mit der Atmosphäre im Stadion kann man im Training nicht simulieren. Außer man sagt: ‘Pro Fehlschuss 50.000 Euro Strafe.’“ Gelächter unter den Reportern. Kovac, wieder ernst: „Ich wüsste schon, wer schießen soll. Aber wir wollen nach 90 Minuten weiterkommen. Es wird ein heißer Kampf – hoffentlich mit gutem Ende für uns.“

Das DFB-Pokal-Achtelfinale am Mittwoch bei Hertha BSC (20.45 Uhr, ARD und Sky) ist das erste K.o.-Spiel der kommenden Wochen. Und für Kovac eine emotionale Sache. „Ich bin gebürtiger Berliner, und darauf bin ich stolz“, sagte er. „Wir haben nach dem 0:2 im Herbst etwas gutzumachen, wollen ins Endspiel. Das ist unser Traum, weil es wirklich immer ein tolles Erlebnis ist. Da kann ich auch keine Rücksicht auf meinen Heimatklub nehmen.“

„Die Bundesliga geben wir noch nicht auf“

Für Kovac wäre es das dritte Endspiel hintereinander. 2017 verlor er mit Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund 1:2, letztes Jahr triumphierte er mit 3:1 – ausgerechnet gegen Bayern, im letzten Spiel vor seinem Jobwechsel nach München. „Es ist immer wieder schön, in meine Geburtsstadt zurückzukehren. Für Hertha ist es das Spiel des Jahres. Die Mannschaft von Pal ist gegen Bayern immer heiß und motiviert, geht zu Hause über ihre Grenzen. Sie werden gut verteidigen, das können sie. Und haben ihre Stärken im Umschaltspiel, da müssen wir aufpassen.“ Eben, weil Bayern - das hat das 1:3 am Sonnabend in Leverkusen gezeigt - in defensiven Umschaltmomenten anfällig ist.

Kovac (47) spricht ja immer ruhig und bedächtig, bleibt sachlich, wird nie laut. Hätte der Bayern-Trainer folgende Sätze vom Dienstagmittag geschrien, würde man von einer Brandrede sprechen: „Wir können nicht rumheulen. Man kann kleine Fehler machen, aber eine Verkettung von großen Fehlern ist in der Bundesliga ein Gegentreffer.“ Doch trotz der sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund gibt sich Kovac kämpferisch: „Die Bundesliga geben wir noch nicht auf.“

Einsatz von Torhüter Neuer noch immer offen

Aber am Mittwoch ist Pokal. Da „darf man keine Fehler machen. Das kann einen den Kopf kosten“, weiß Kovac, der nicht mit der Rückkehr von Arjen Robben planen kann, Training abgebrochen. Wieder im Kader: Franck Ribéry und Thiago, der direkt in die Startelf zurückkehrt.

Der Einsatz von Sorgenkind Manuel Neuer entscheidet sich kurz vor Anpfiff in Berlin. „Er will spielen. Aber wir müssen das Go der Ärzte bekommen, und das haben wir noch nicht“, sagte Kovac. Nur bei bestandenem Härtetest samt Schiene am verletzten Daumen könne der Kapitän „eine Alternative“ sein. Sonst vertritt ihn Sven Ulreich.

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