Handball-WM

Frankreich und Spanien ohne Blöße – Angola gelingt Sensation

Der Titelverteidiger gewinnt sein Auftaktspiel genauso wie der Europameister. Katar blamiert sich indes gegen einen Außenseiter

Torhüter Vincent Gerard war Frankreichs großer Rückhalt gegen Brasilien.

Torhüter Vincent Gerard war Frankreichs großer Rückhalt gegen Brasilien.

Foto: Martin Rose / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Die Favoriten um Titelverteidiger Frankreich und Europameister Spanien haben sich zum Start in die Handball-WM keine Blöße gegeben. Die hoch gehandelten Franzosen besiegten in der deutschen Gruppe A Brasilien in Berlin nach einer schwachen Angriffsleistung mühevoll mit 24:22 (16:13). Ex-Weltmeister Spanien setzte sich gegen Außenseiter Bahrain in der Gruppe B in München erwartungsgemäß mit 33:23 (16:11) durch.

Für eine kleine Sensation sorgte hingegen Angola. Der Dritte der Afrikameisterschaft bezwang den ehemaligen Vize-Weltmeister Katar in Kopenhagen völlig überraschend durch ein Tor in letzter Sekunde mit 24:23 (12:8) und feierte bei seiner vierten WM-Teilnahme den erst zweiten Vorrundensieg.

Ex-Füchse-Coach Sigurdsson verliert mit Japan

Die erwartete Niederlage musste hingegen Dagur Sigurdsson mit Japan in der Spanien-Gruppe hinnehmen. Trotz einer insgesamt ordentlichen Leistung unterlag der Olympia-Gastgeber von 2020 Mazedonien in der Olympiahalle mit 29:38 (13:18). „Wir waren mutig und haben Spaß gehabt. Wir hatten aber nicht die Größe und den Körper. Phasenweise haben wir es gut gemacht“, sagte der Isländer, der die deutschen Handballer 2016 sensationell zum EM-Titel geführt hatte. Bester Werfer beim Sieger war der 38-jährige Kiril Lazarov mit acht Toren.

Im Anschluss setzte sich der mitfavorisierte Ex-Weltmeister Kroatien in einem teils hochklassigen Duell mit 31:27 (16:14) gegen Island durch und machte den ersten Schritt Richtung Hauptrunde. Dort treffen die ersten drei Teams der Gruppe B auf die drei besten Mannschaften der deutschen Gruppe.

Dazu dürfte Frankreich auch ohne den verletzten Superstar Nikola Karabatic gehören. Dika Mem und Michael Guigou erzielten gegen die Brasilianer jeweils sechs Treffer. Entscheidend für den Arbeitssieg war aber der starke Torhüter Vincent Gerard. Zuvor musste sich in der Arena am Ostbahnhof Ex-Champion Russland mit einem 30:30 (16:16) gegen Serbien begnügen. Linksaußen Timur Dibirow rettete den Russen mit zwölf Toren bei 13 Versuchen zumindest einen Punkt.

Angola bezwingt sensationell Katar

Angolas Matchwinner war Rome Hebo mit sieben Toren. Vor zwei Jahren bei der WM in Frankreich belegten die Afrikaner nach sieben Niederlagen in sieben Spielen noch den letzten Platz. Den zuvor einzigen WM-Vorrundensieg gab es vor 14 Jahren gegen Kanada.

Katar steht bereits gehörig unter Druck. Bei den Weltmeisterschaften 2015 (Viertelfinale) und 2017 (Achtelfinale) hatte der Asienmeister den Medaillentraum der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) beendet. In einem weiteren Spiel der Gruppe D hatte Vize-Europameister Schweden beim 27:24 (13:11) gegen Ägypten keine Mühe, Ungarn kam hingegen gegen Argentinien nicht über ein 25:25 (13:10) hinaus.

In der Gruppe C starteten die viel beachteten Norweger im dänischen Herning mit einem 34:24 (18:13) gegen Tunesien ins Turnier. Österreich hatte zuvor im Endspielort Saudi-Arabien mit 29:22 (15:9) bezwungen.