American Football

Große Bühne für den Kanonenarm von Patrick Mahomes

Der 23 Jahre alte Quarterback entfesselt Super-Bowl-Träume in Kansas City, weil er Marken erreicht wie Tom Brady und Pexton Manning.

Kansas Citys Quaterback Patrick Mahomes (r.) ist die Entdeckung der Saison bisher.

Kansas Citys Quaterback Patrick Mahomes (r.) ist die Entdeckung der Saison bisher.

Foto: Charlie Riedel / dpa

Kansas City.  Schon mit 13 musste Patrick Mahomes Frosch-Witze über sich ergehen lassen. „Das höre ich seit der siebten Klasse“, sagt der Quarterback der Kansas City Chiefs, der allerdings wirklich ein wenig so klingt wie Kermit aus der Sesamstraße. „Aber keine Angst, ich kann mich wehren“, sagt er schmunzelnd.

Selbstvertrauen hat Mahomes im Überfluss. „Ich will hier Super Bowls gewinnen“, sagt der 23-Jährige. 50 Touchdowns hat er in seiner Premierensaison für die Kansas City Chiefs geworfen, nur NFL-Superstars wie Tom Brady (50 TDs im Jahr 2007) und Peyton Manning (55 TDs im Jahr 2013) haben das geschafft.

Play-off-Debüt gegen die Indianapolis Colts

Nun folgt für Mahomes am Sonnabend (22.35 Uhr MEZ/ProSieben und DAZN) gegen die Indianapolis Colts das Play-off-Debüt. Mit zwölf Siegen erreichte Kansas direkt das Viertelfinale und hat Heimrecht bis zum Super Bowl am 3. Februar in Atlanta. Alle im Team hoffen, dass die schlechte Play-off-Bilanz der Chiefs, die zuletzt oft sehr knapp unterlagen, mit Mahomes endet.

Dabei ist er kein typischer Quarterback, seine Spielzüge sind manchmal wild. Erst spät konzentrierte sich der Sohn des früheren Baseball-Profis Pat Mahomes ganz auf Football. Talent hat er nämlich auch im Spiel mit dem Schläger, noch im College spielte er beides. 2014 wurde Mahomes Junior in der 37. Runde des Drafts von den Detroit Tigers gezogen – entschied sich aber gegen einen Vertrag in der Major League Baseball.

Sohn eines ehemaligen Baseball-Profis

„Zum ersten Mal habe ich Patrick in einem unserer Football-Camps gesehen. Sein Vater war in der Major League Baseball, Patrick konnte den Ball weiter werfen als alle anderen“, erinnert sich Adam Cook, Mahomes’ Highschool-Coach. Hinzu kommt ein enormes Interesse am Sport sowie ein fotografisches Gedächtnis.

Das dicke Playbook, in dem Spielzüge, Laufwege, Formationen und Kommandos stehen, lernt Mahomes im Handumdrehen. Den größten Druck macht sich der Mann mit dem „Kanonenarm“ übrigens selbst: „Ich will herausragend sein. Ich liebe dieses Spiel, ich liebe die harte Arbeit. Die anderen haben den Grundstein gelegt, ich muss also nur rausgehen und es zu Ende bringen.“ Wie seine Stimme klingt, ist dabei unwichtig.