Spitzensport

Topathleten verdienen oft nur wenig Geld

Leistungssportler müssen oft mit weniger als dem Mindestlohn auskommen. Im Durchschnitt bekommen sie 7,41 Euro pro Stunde.

Spitzensportler wie der Geher Karl Junghannss  haben kaum finanziellen Spielraum

Spitzensportler wie der Geher Karl Junghannss haben kaum finanziellen Spielraum

Foto: Sascha Fromm / TA

Viele Spitzensportler in Deutschland sind nur Geringverdiener. Obwohl der Aufwand für Sport, Beruf und Ausbildung beträchtlich ist und bei etwa 56 Stunden in der Woche liegt, verdienen sie im Durchschnitt nur 18.680 Euro pro Jahr. Das entspricht einem Stundenlohn von 7,41 Euro und ist damit deutlich unter dem Mindestlohn (9,19). Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln im Auftrag der Deutschen Sporthilfe zur Lebenssituation deutscher Spitzensportler.

„Wir müssen aufpassen, dass Deutschlands Athleten im internationalen Wettbewerb nicht zu sehr an Boden verlieren. Für uns sind die Ergebnisse der Studie Ansporn, in Kooperation mit unseren Wirtschaftspartnern weiter am Ausbau der Unterstützung der Spitzensportler zu arbeiten“, sagt Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Sporthilfe. Die von der Sporthilfe geförderten Athleten erhalten im Durchschnitt pro Monat 550 Euro. Das langfristige Ziel sei eine Erhöhung auf 1000 Euro.

Förderung bereits aufgestockt

Zur Freude von Ilgner hatte der Bund der Sporthilfe im vergangenen Jahr 3,5 Millionen Euro mehr zur Förderung der Athleten zur Verfügung gestellt, für 2019 sind bereits sieben Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. „Die Studie ist einmal mehr ein Weckruf für alle Verantwortlichen im Sport. Der Sportausschuss hat die Notwendigkeit erkannt und eine direkte Förderung für Deutschlands Spitzensportler auf den Weg gebracht. Es ist die Aufgabe der Politik, stärker unterstützend einzugreifen als bisher“, so Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestags.

An der Studie nahmen 1087 Athleten teil, die alle von der Sporthilfe gefördert wurden. Sportler aus Profiligen und Topathleten mit hohen Einkünften gehören nicht zum Förderkreis, ihre Einkünfte flossen auch nicht in die Studie ein.

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