Handball-WM

Bei den Franzosen soll es die neue Generation richten

Weltmeister Frankreich geht ohne Superstar Karabatic auf Titeljagd. Zeit für die jungen Wilden, sich auf großer Bühne zu präsentieren.

Ludovic Fabregas zählt zu den Hoffnungsträgern bei den Franzosen

Ludovic Fabregas zählt zu den Hoffnungsträgern bei den Franzosen

Foto: Gwendoline Le Goff / imago/PanoramiC

Berlin.  Er ist nicht dabei und trotzdem dreht sich alles nur um ihn. Nikola Karabatic, Frankreichs Handball-Superstar, der wohl beste Spieler der Welt, er ist bei dieser Weltmeisterschaft wie das Zentrum des französischen Handball-Sonnensystems. Obwohl der 34-Jährige aufgrund einer Fuß-OP überhaupt nicht im Kader steht. Trotzdem reden sie über ihn, welche Lücke er hinterlassen hat und wie die Grande Nation dennoch Erfolg haben könnte.

Der Schatten, den Karabatic wirft, ist lang. Frankreichs Nationalteam muss nun raustreten, schon beim ersten Gruppenspiel am Freitag gegen Brasilien (20.30 Uhr, Eurosport) zeigen, dass es auch ohne ihren Anführer eine Spitzennation sein kann. Denn da sind sich alle sicher, Topfavorit auf den Titel ist das Team von Trainer Didier Dinart trotzdem.

Nicht nur weil sie der Titelverteidiger sind. Auch ein Blick in die Geschichtsbücher der Handball-Weltmeisterschaft lässt kaum einen anderen Schluss zu: Vier der fünf letzten WM-Titel gingen an Frankreich. Mit insgesamt sechs Titeln seit 1995 sind die Franzosen Rekordhalter, 2010 waren sie das erste Team, das gleichzeitig Europameister, Weltmeister und Olympiasieger war.

Seit zwei Jahren im Umbruch

Die Hoffnung auf den nächsten Triumph ist also keine überzogene Erwartung. Auch wenn Trainer Dinart seit zwei Jahren einen Umbruch vollzieht. Junge Talente sollen zu neuen Anführern à la Karabatic entwickelt werden. Ihre Bewährungschance ist mit dem Ausfall des großen Superstars bei dieser WM gekommen.

„Jetzt sind halt die anderen Spieler in der Verantwortung, neue Dinge zu entwickeln. Wir gehen mit Ambitionen, aber auch Respekt an die Aufgabe heran“, sagte Co-Trainer Guillaume Gille dem „Kicker“. Ludovic Fabregas (22/FC Barcelona), Nedim Remili (23/Paris St. Germain) und Dika Mem (21/FC Barcelona) sind drei dieser neuen Generation.

„Wir haben das Glück, dass unser Förderungssystem sehr gut funktioniert“, sagte Gille. Wie gut das funktioniert, davon kann sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Dienstag im vierten Vorrundenspiel (20.30 Uhr, ZDF) überzeugen.

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