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Regionalligist Viktoria 1889 stellt Insolvenzantrag

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Cimo Röcker (r.) und seine Kollegen bangen um ihr Gehalt.

Cimo Röcker (r.) und seine Kollegen bangen um ihr Gehalt.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Jan Kaefer / picture alliance / Beautiful Sports

Der Großinvestor zieht sich nach nur sieben Monaten zurück. Es wurde ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt.

Berlin. Im Mai träumte der FC Viktoria 1889 noch von der Bundesliga, nun plagen die Macher des Regionalligisten ernsthafte Sorgen. Denn der Klub hat Insolvenz angemeldet. Der FC Viktoria 1889, der vor dem Ersten Weltkrieg zu den Spitzenvereinen zählte und 1908 und 1911 den Meistertitel gewann, stellte nach Angaben des Vorstands am Donnerstag beim Amtsgericht Charlottenburg einen entsprechenden Antrag. Es wurde ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt.

Weil der Investor Advantage Sports Union Ltd. (Asu) aus Hongkong vereinbarte Zahlungen nicht leiste, sei der Verein nicht mehr in der Lage, „die auflaufenden Verbindlichkeiten zu decken“. Der Spielbetrieb der 70 Mannschaften des Breitensports soll wie bisher weitergeführt werden. Dagegen ist offen, ob die erste Mannschaft in der Regionalliga Nordost weiterspielen kann.

Viktorias Geschäftsführer Felix Sommer und Sportdirektor Rocco Teichmann waren zwar nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, „Asu kommt seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr nach“, bestätigt der Morgenpost aber einer, der es wissen muss. Viktoria habe keinen Saisonetat von Asu erhalten, sondern das Geld monatlich abrufen müssen. Warum das ambitionierte Projekt schon nach sieben Monaten scheiterte? Der Investor habe sich womöglich mehr Einfluss gewünscht und sei von der unklaren Rechtslage um die 50+1-Regel abgeschreckt worden. Auch scheint das Investment-Modell nicht nachhaltig überzeugt zu haben.

Für Viktoria ist der Asu-Ausstieg mitten in der Saison ein schwerer Schlag. Durch das Geld des Investors wurde die Mannschaft beachtlich verstärkt. „Eine saubere Trennung 2019 wäre in Ordnung gewesen“, sagt eine Morgenpost-Quelle. Wie es nun weitergeht? Nicht ohne Hoffnung. Seit der Liaison mit Investor Asu, der einen zweitstelligen Millionenbetrag in Aussicht gestellt hatte, wurden rechtliche und infrastrukturelle Voraussetzungen für den Profi-Fußball geschaffen. Der Weg für neue Geldgeber wäre nun frei. Sportlich steht am Sonntag (14 Uhr) erstmal das Achtelfinale des Berliner Pokals bei Achtligist Polar Pinguin an.