Bahnrad

Kluge/Reinhardt werden Dritte beim Weltcup in Berlin

Die Berliner Weltmeister und Joachim Eilers überzeugen sportlich, doch den emotionalen Höhepunkt setzt Kristina Vogel

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Mit dem letzten Wertungssprint verpassten die Weltmeister Roger Kluge und Theo Reinhardt den zweiten Platz beim Bahnrad-Weltcup im Berliner Velodrom. Nach einem konstanten Rennen im Zweier-Mannschaftsfahren über 30 Kilometer blieben die beiden Berliner (24 Punkte) im Schlusssprint ohne Zähler und mussten sich hinter den Briten Mark Stewart und Oliver Wood (30) mit dem dritten Rang begnügen. Den Sieg holten sich die Dänen Lasse Norman Hansen und Casper von Folsach (44), denen als einzige ein Rundengewinn gelang. „Der Platz geht in Ordnung, wir haben das Rennen über längere Strecken mit dominiert. Hinten raus war es schwer, da hat in den letzten Sprints die Kraft gefehlt. Wir können aber zufrieden sein“, sagte Reinhardt.

Es war die dritte Medaille für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) beim Heim-Weltcup nach Silber und Bronze am Freitag. Die vierte holte Joachim Eilers im 1000-Meter-Zeitfahren, der Chemnitzer sicherte die erste Goldmedaille für die deutschen Radfahrer in Berlin. In 1:00,645 Minuten setzte er sich in Bahnrekord vor dem Franzosen Quentin Lafargue durch (1:00,660). „Es war richtig schwer. Da habe ich nicht mit gerechnet“, sagte Eilers, der zuletzt arge muskuläre Probleme hatte, sich aber überraschend schnell wieder in starker Form präsentierte.

Großer Applaus für verunglückte Vogel

Im Keirin der Männer schied Europameister Stefan Bötticher (Chemnitz) im Halbfinale aus und wurde Siebter beim Erfolg des Niederländers Matthijs Buchli. Im Sprint der Frauen zog Emma Hinze im Viertelfinale in zwei Läufen knapp den Kürzeren gegen Daria Schmeljowa (Russland), die Vierte wurde. Pauline Grabosch (Erfurt) schied schon im Achtelfinale gegen die spätere Zweite Anastassija Woinowa (Russland) aus. Es siegte die Australierin Stephanie Morton.

Emotionaler Höhepunkt des Tages war die Ehrung von Kristina Vogel als Radsportlerin des Jahres. Die Bahnsprinterin aus Erfurt feierte im Frühjahr noch die jüngsten ihrer elf Weltmeistertitel, stürzte aber im Juni im Training in Cottbus schwer und ist nun querschnittsgelähmt. Das Publikum begrüßte die zweimalige Olympiasiegerin mit Ovationen. Auch ehemalige Kollegen, Trainer und Betreuer applaudierten. „Es ist schön, alle wiederzusehen“, sagte Vogel: „Ich habe gar nicht so viel Zeit für alle. Ein Drücker, ein Knutscher – dann kommt schon der nächste.“

Der Berliner Straßenprofi Maximilian Schachmann, der die Auszeichnung bei den Männern aus den Händen von Außenminister Heiko Maas (SPD) entgegennahm, sagte: „Sie hat diese Auszeichnung absolut verdient. Wie sie damit umgeht, ist schon sehr besonders.“ Am Sonntag stehen fünf weitere Entscheidungen im Velodrom auf dem Programm (ab 10 Uhr).