BUNDESLIGA

Ribéry hat bei den Bayern keine Zukunft mehr

Sechs andere Münchner Stars spielen auf Bewährung.

Dreht in München seine Abschiedsrunde: Franck Ribéry (l.), hier im Gespräch mit Trainer Niko Kovac

Dreht in München seine Abschiedsrunde: Franck Ribéry (l.), hier im Gespräch mit Trainer Niko Kovac

Foto: Matthias Hangst / Bongarts/Getty Images

München.  Niko Kovac ist kein Mann der großen Sprüche, kein Trainer, der seine Mannschaft mit markanten Worten über die Medien motiviert. Defensiv und vorsichtig ­zurückhaltend, fast demütig trat der ­47-Jährige am Freitag an der Säbener Straße vor den Medien auf. Es war seine erste Pressekonferenz nach dem 2:3 vor zwei Wochen bei Borussia Dortmund, seit dem Sturz auf Rang fünf mit sieben Punkten Rückstand auf den Tabellenführer BVB.

„Wir können nicht nach oben schauen. Wir müssen erstmal die Mannschaften vor uns überholen“, sagte Kovac vor dem Heimspiel an diesem Sonnabend gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr/Sky). Seine Marschroute bis zur Weihnachtspause: „Wir reden nicht über das Ziel Meistertitel, sondern darüber, genügend Punkte zu holen, um in der Rückrunde in einer guten Ausgangslage starten zu können.“ Trotz des vorübergehenden Freibriefs von Präsident Uli Hoeneß („Ich werde Kovac bis aufs Blut verteidigen“) ist der Coach aufgrund der anhaltenden Münchner Krise ein Trainer auf ­Bewährung.

Robben darf hoffen, Rafinha ist raus

Und ein Trainer mit einem Kader voller Profis auf Bewährung. An erster Stelle Franck Ribéry, der aktuell mehr Schlagzeilen außerhalb des Platzes liefert. Zu den Aussetzern, die sich Ribéry mit einem französischen Journalisten geleistet hat, sagte Kovac: „Franck hat sich entschuldigt, für das, was er getan hat. Dabei sollten wir es belassen.“ Er wolle nicht „als Moralapostel dastehen“. Denn, so Kovac sinngemäß, kein Mensch sei unfehlbar. Der 47-Jährige sagte: „Was Franck privat und neben dem Spielfeld macht, muss ich anders bewerten als das, was auf dem Spielfeld passiert.“

Im Sommer laufen die Verträge von Ribéry, Arjen Robben (34) und Rafinha (33) aus. Von diesem Trio hat wohl lediglich Flügelspieler Robben eine kleine Chance auf eine Verlängerung. Bei Ribéry und Rafinha reicht es sportlich nicht mehr, sie müssen Platz machen. Im Shopping-Sommer 2019 soll der Kader auf links gedreht werden. Präsident Uli Hoeneß will in den nächsten Monaten genau hinschauen, „wer zu gebrauchen ist und wer nicht“. Eine klare Drohung. Alle stehen auf dem Prüfstand. Geht die Saison in die Hose, wird die Kader-Revolution ­heftig ausfallen.

Bayern-Gewinn: 29,5 Millionen Euro

Fünf weitere Spieler kämpfen trotz eines laufenden Vertrages um Weiterbeschäftigung. James Rodriguez (27) wird nachgesagt, nicht mehr glücklich zu sein in München. Die Bayern haben eine einseitige Kaufoption (bis Mitte Juli), können James im Sommer für 42 Millionen Euro Ablöse endgültig von Real Madrid verpflichten. Dafür muss der Mittelfeldspieler in der Rückrunde mehr zeigen.

Javi Martinez (30/Vertrag bis 2021), Jerome Boateng (30/2021) und David Alaba (26/2021), allesamt Helden des Champions-League-Siegs 2013, wirken nicht mehr so spritzig und unersetzbar wie vor zwei, drei Jahren. Boateng war im Sommer bereits auf dem Sprung zu Paris St.Germain – aber die Bayern waren nicht einverstanden mit dem Geld, das PSG zahlen wollte. Und da ist noch Renato Sanches (21/2021). Dem Talent aus Portugal will Kovac zum Durchbruch verhelfen. Gelingt dies erneut nicht, hoffen die Bayern auf eine ordentliche Ablöse, schließlich hatten sie im Jahr 2016 35 Millionen ausgegeben.

Das Festgeldkonto des Meisters ist prall gefüllt. Man vermeldete mit 657,4 Millionen Euro einen Rekordumsatz, der Gewinn: 29,5 Millionen. Da lässt sich’s shoppen.

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