Nations League

Niederländer schicken Löw in die Zweitklassigkeit

DFB-Elf ist nur Gruppenletzter nach Oranjes Sieg gegen den verdächtig lustlosen Weltmeister Frankreich. Löw behält trotzdem seinen Job.

Georginio Wijnaldum trifft gegen den Weltmeister

Georginio Wijnaldum trifft gegen den Weltmeister

Foto: STRINGER / REUTERS

Aus 666 Kilometern Entfernung musste Joachim Löw per Internetstream den Absturz seiner Nationalmannschaft in Europas zweite Fußball-Klasse hinnehmen. Durch das 2:0 der Niederlande gegen Frankreich ist der Abstieg in die B-Gruppe der Nations League für die DFB-Auswahl schon vor dem Abschluss des total verkorksten WM-Jahres am Montag (20.45 Uhr/ARD) gegen Holland besiegelt. Im Teamhotel in Leipzig sah Löw am Freitagabend, wie die „Équipe tricolore“ in Rotterdam nicht die erhoffte Hilfestellung leistete. Im Gegenteil: Der Weltmeister wirkte doch arg lustlos. Georginio Wijnaldum (44.) vom FC Liverpool und Memphis Depay (90.+6, Foulelfmeter) von Olympique Lyon trafen für das Team von Trainer Ronald Koeman.

Der Aufbruchstimmung im DFB-Team soll der Absturz aus der Eliteklasse in dem von Löw plötzlich nicht mehr mit höchster Priorität versehenem Wettbewerb aber kein schnelles Ende bereiten. „Kein Weltuntergang“ sei die Abstufung in die B-Liga bei der nächsten Auflage im Jahr 2020 hatte Löw schon vorab erklärt. Das Duell mit Oranje auf Schalke hat nun nur noch Testcharakter. „Wir haben etwas gutzumachen“, erinnerte der Bundestrainer an das 0:3 im Oktober in Amsterdam. Die Niederländer (derzeit sechs Punkte) könnte mit einem Sieg am Montag in der Schalke-Arena sogar Frankreich (sieben) noch von Platz eins verdrängen und sich für das erste Finalturnier des neuen Wettbewerbs im Juni 2019 qualifizieren.

Deutschland beschert der Abstieg auch eine schlechtere Position für die EM-Auslosung für 2020 im Dezember, zudem dürften sich die künftigen Heimspiele gegen dann schwächere Gegner aus der B-Gruppe schwerer in den ohnehin schon nicht mehr vollen Stadien vermarkten lassen, ein Umzug in kleinere Städte ist damit unvermeidbar. Um seinen Job muss Löw aber wohl nicht fürchten, ein einziger Sieg mit frischem Tempo-Fußball reichte, um die Zweifel an seiner Reformfähigkeit erst einmal zu zerstreuen. „Das ist das, was wir wollen. Wir wussten, es gibt nach der Weltmeierschaft einen Umbruch. Und dieses Gesicht der neuen Mannschaft, die jetzt die EM-Qualifikation bestehen muss, entwickelt sich jetzt“, sagte DFB-Boss Reinhard Grindel.

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