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Randale

Preetz verurteilt Ausschreitungen von Hertha-Ultras

Auf den Pyro-Exzess im Gästeblock folgt eine wilde Prügelei mit der Polizei. Insgesamt 45 Verletzte.

Die Dortmunder Polizei im Block der Hertha-Fans

Foto: nordphoto / Rauch / imago/Nordphoto

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Dortmund.  Die Vorfälle im Hertha-Block während der ersten Hälfte der Bundesliga-Partie zwischen Dortmund und Hertha (2:2) werden ein Nachspiel haben. Nachdem die Ultra-Gruppe „Hauptstadtmafia“ zum Anpfiff mit einem Banner ihr 15-jähriges Bestehen mit vielen Pyros „feierte“, geriet die Situation nach rund einer Viertelstunde außer Kontrolle. Um zu verhindern, dass hinter dem Banner ein weiteres Mal der Einsatz von Pyrotechnik vorbereitet wird, schritt die Polizei ein. Rund 30 behelmte Beamte marschierten in den Innenraum - während einer laufenden Partie ein ungewöhnlicher Vorgang - und zogen das Banner ein. Da das in Fan-Kreisen als Provokation gilt, folgte eine schwere Prügelei.

Diverse Anhänger traten und prügelten auf die Polizisten, es flogen Becher und anderen Gegenstände, mit Fahnenstangen wurde auf die Beamten eingedroschen. Rund 25 Randalierer sprangen in den Innenraum und attackierten die Polizisten von der Seite. Zudem aus dieser Gruppe heraus ein brennender Pyro in die Gruppe der Polizisten geworfen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und erhebliche Mengen Pfefferspray ein. Die Ausnahmesituation dauerte rund vier Minuten – bis sich die Polizei zurückzog.

Randalierer zerstören Toiletten

Im Anschluss waren Sanitäter im Gästeblock im Einsatz, die mit Wasser und feuchten Tüchern Besucher behandelten, die unter den Folgen des Pfeffersprays litten. BVB-Fans auf der Südtribüne solidarisierten sich mit den Hertha-Anhängern und schimpften über den Polizei-Einsatz.

Noch während der zweiten Hälfte gab es Betriebsamkeit auf verschiedenen Ebenen: Sowohl die Rechtshilfe der Dortmunder als auch der Hertha-Fans rief Anhänger im Berliner Block auf, umgehend ­Gedächtnisprotokolle über die Vorkommnisse zu machen. Die Polizei zog unterdessen starke Kräfte vor dem Gäste-Block zusammen.

45 Verletzte, 35 davon durch Pfefferspray-Einsatz

Einige Randalierer hatten sich unter die Tribüne zurückgezogen. Im Polizeibericht hieß es: „Hier wurden zwei große Sanitäranlagen komplett zerstört und einschreitende Polizeikräfte mit zerstörter Sanitärkeramik, abgetretenen Toilettentüren und abgebrochenen Fahnenstangen durch vermummte Straftäter erneut angegriffen. Auch Absperrgitter wurden in Richtung von Einsatzkräften geworfen.“

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Nach Polizeiangaben gab es 45 verletzte Personen. 35 mussten nach Pfeffersprayeinsatz behandelt werden, 10 Personen auf Grund von Gewaltanwendung.

Hertha will Störer identifizieren

Hertha-Manager Michael Preetz sagte dazu: „Pyrotechnik und Gewalt haben beim Fußball nichts zu suchen. Das schadet dem Fußball und unserem Verein.“ In einer Klub-Stellungnahme hieß es: ­„Hertha BSC hat eine klare Position: ­Pyrotechnik gehört nicht ins Stadion. Wir werden alles daran setzen, die ­Störer zu identifizieren.“

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