Basketball

Vom Lehrling zum Musterschüler: Ogbe trumpft bei Alba auf

Der Flügel kam als Ergänzungsspieler zu Alba und überzeugte zunehmend. Nun darf er im Eurocup gegen Gdynia auf viel Spielzeit hoffen.

Berlins Kenneth Ogbe (r.) ist unter dem Korb eine Bereicherung.

Berlins Kenneth Ogbe (r.) ist unter dem Korb eine Bereicherung.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin.  Er spielt, als wäre er schon ewig dabei. Dabei bestreitet Kenneth Ogbe an diesem Dienstag gegen Arka Gdynia aus Polen im Eurocup (20 Uhr, Mercedes-Benz Arena) erst sein achtes Pflichtspiel für Alba. Der 23-Jährige agiert, wenn Coach Aito Reneses ihn einwechselt, nahezu unauffällig, aber solide und hält genau damit die Intensität des Spiels seines Teams hoch. Nahezu unbemerkt ist der 1,98 Meter große Flügel zur festen Größe in Berlins Basketballteam geworden, das bekanntlich mit 6:1 Siegen in die Saison startete.

Ogbe hatte bereits durch zwei Meistertitel in der Nachwuchsbundesliga NBBL mit der Urspringschule (2011 und 2013) auf sich aufmerksam gemacht. Im Sommer kam er nach fünf Jahren in den USA von der Utah Valley University nach Berlin und bestreitet nun für Alba seine erste Saison als Profi. Er selbst sieht sich eher noch am Anfang und als Lehrling, denn „am College wird einem vorgegeben, was man machen soll und man versucht das zu erfüllen“, wie sich Ogbe erinnert. Unter Coach Reneses hingegen sei das Spiel „sehr viel freier. Er will, dass wir das Spiel selbst lesen und eigene Entscheidungen treffen.“

Bisher hält sich der 23-Jährige mit eigenen Punkten zurück

Mit denen liegt er ganz offensichtlich öfter richtig, als er selbst erwartet hat, denn seine Spielzeit wuchs in den vergangenen drei Wochen von Partie zu Partie, sicherlich auch befördert durch die Verletzungen von Dennis Clifford, Johannes Thiemann und Joshiko Saibou. Zum Bundesliga-Auftakt gegen Jena stand er noch 10:29 Minuten auf dem Parkett, am vergangenen Sonnabend kam er in Ulm knapp acht Minuten länger zum Einsatz. Im Eurocup waren es in Limoges zuletzt knapp 15 Minuten, mehr als doppelt so viele wie im ersten Spiel gegen Bursa.

Kleine Randnotiz: Außer gegen Ulm schenkte Alba den Gegnern in den vier Partien jeweils mehr als 100 Punkte ein, wobei sich Ogbe bislang mit eigenen Punkten noch zurückhielt. Dafür sicherte er seinem Team beim 102:93 in Limoges mit sieben Rebounds öfter den Ball als beispielsweise Luke Sikma oder Kapitän Niels Giffey (jeweils vier), die weit länger auf dem Parkett standen als der Youngster. So etwas gefällt nicht nur Reneses, sondern allen Coaches dieser Welt – und normalerweise wird das mit Spielzeit belohnt.