Eiskunstlauf

Zu harte Führung: US-Paar flieht vor Aljona Savchenko

Die Olympiasiegerin ist nach nur fünf Monaten ihren Trainerjob wieder los.

Olympiasieger mit Disziplin: Aljona Savchenko und Bruno Massot.

Olympiasieger mit Disziplin: Aljona Savchenko und Bruno Massot.

Foto: David J. Phillip / dpa

Hamburg/Everett.  Als erfolgreiche Paarläuferin war Aljona Savchenko stets unerbittlich gegen sich selbst, als Trainerin ist sie an dieser ihr eigenen Härte im ersten Anlauf offenbar gescheitert: Nach nur fünf gemeinsamen Monaten beendeten die US-amerikanischen Paarlaufmeister Alexa Scimeca-Knierim und Chris Knierim die Zusammenarbeit mit der Olympiasiegerin, die 34-Jährige muss sich neue Schützlinge suchen.

„Wir sind dankbar dafür, was sie für uns geleistet hat, daraus haben wir viel mitgenommen. Aber was immer jetzt vor uns liegt, werden wir gemeinsam durchstehen. Es wird uns die nächsten Jahre bis Olympia 2022 tragen“, erklärte Chris Knierim beim Grand-Prix-Auftakt Skate America in Everett/Washington. Dort hatte sich das Ehepaar mit dem vierten Platz begnügen müssen.

Unterschiedliche Ansichten in der Zusammenarbeit

Aljona Savchenko bestätigte am NBC-Mikrofon die Trennung, sie verweigerte aber zunächst jede nähere Begründung zur aktuellen Entwicklung. Ihre nun ehemaligen Paarläufer, noch im Februar Mannschaftsdritte bei den olympischen Winterspielen in Pyeongchang in Südkorea, hatten bei den Weltmeisterschaften im März in Mailand nur den 15. Platz belegt und sich mit der gebürtigen Ukrainerin an der Bande einen Neustart erhofft.

Doch der blieb aus. Schon bei der Nebelhorn-Trophy Ende September stürzte das US-Duo vier Mal, auch in Everett lief es alles andere als rund. Vorerst ist unklar, ob und wie Scimeca-Knierim und Knierim ihre Karriere fortsetzen.

Dabei hatten sie bereits im September ein Appartement in Oberstdorf angemietet, um im Allgäu täglich mit Aljona Savchenko trainieren zu können. Aber es wurden schnell unterschiedliche Ansichten deutlich. Scimeca-Knierim: „Es ist ein Risiko, und es ist ganz anders, als wir es in den vergangenen Jahren gewohnt waren. Aljona tritt uns in den Hintern, wenn wir das brauchen, und wir brauchen es.“

Die Tritte der Olympiasiegerin waren aber offenbar öfter und drastischer erforderlich, als die Amerikaner auf Dauer vertragen konnten. Und auch die sechsmalige Weltmeisterin hatte schon früh bereits eine Ahnung, dass die gemeinsame Reise weit schneller als geplant zu Ende gehen könnte.

„Ich bin ganz ehrlich: Wenn wir gemeinsam etwas erreichen wollen, kann ich kein Weichei sein und sagen, alles ist schön. Dann brauchen sie mich nicht“, hatte Savchenko zu Beginn der Zusammenarbeit unmissverständlich formuliert. Und jetzt recht behalten.