Fußball

Hertha: Weiter "auf der Welle reiten"

Die Brust ist breiter geworden: Die erstarkte Hertha sieht sich bei den heimstarken Mainzern als Favorit. Dabei ist der Rückblick auf die jüngsten Duelle mit dem FSV aus Berliner Sicht ziemlich erschreckend.

Hertha-Coach Pal Dardai feiert mit seinen Spielern einen Sieg.

Hertha-Coach Pal Dardai feiert mit seinen Spielern einen Sieg.

Foto: dpa

Berlin. Es ist eine weitere Reifeprüfung: Hertha BSC will auch nach dem Bayern-Coup neue Qualitäten nachweisen. Dreimal nacheinander haben die Berliner in der Fußball-Bundesliga jüngst gegen den 1. FSV Mainz 05 verloren, dabei kein einziges Tor erzielt. Diesmal soll es anders laufen. "Es wird darum gehen, mit der gleichen Fokussierung in die Partie zu gehen wie gegen Bayern. Das war ein Festtag. Samstag ist Bundesliga-Alltag. Die Punkte, die den Unterschied ausmachen, holst du im Alltag", betonte Manager Michael Preetz.

Trainer Pal Dardai ist es "egal", mit welcher taktischen Linie sein Kollege Sandro Schwarz auf die neuen Stärken seines Clubs antwortet. "Da müssen wir reagieren. Wir wollen bissig agieren und auf Sieg spielen", sagte der Hertha-Chefcoach vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr) in der Mainzer Opel-Arena: "Wir müssen die Welle weiter reiten."

Hertha hat sich in der Tabelle punktgleich mit dem Zweiten FC Bayern nur einen Zähler hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund eingeordnet. 13 Punkte nach sechs Spieltage hatte der Club nie zuvor auf seinem Konto. Dardai sieht seine Mannschaft trotz des Rückblicks auf die jüngsten Resultate gegen Mainz (0:2, 0:1, 0:1) deshalb als Favorit: "Wenn du auf Schalke 2:0 gewinnst und gegen Bayern so ein gutes Spiel machst, musst du diese Rolle einfach annehmen."

Der Trainer kann wieder mit Stammtorhüter Rune Jarstein planen. Der 34 Jahre alte Norweger ist bereit für sein Coemback nach kurzer Verletzungspause. Beim jüngsten 2:0-Sieg gegen den FC Bayern hatte Ersatztorhüter Thomas Kraft im Tor gestanden und eine gute Leistung gezeigt. Noch am Vortag hatte Trainer Dardai erklärt, dass nach jetzigem Stand Kraft auch in Mainz spiele. Am Freitag aber nominierte der Ungar beide Schlussmänner. Die Nummer eins Jarstein dürfte somit ins Tor zurückkehren.

Die Kunst sei es, gerade nach einem Sieg gegen den Branchenführer aus München die nächste Aufgabe erfolgreich zu bewältigen, betonte Dardai. Es ist ein Phänomen in der Bundesliga, dass die Bayern-Bezwinger in jüngerer Vergangenheit im nächsten Spiel meist scheiterten. "Es wäre eine gute Gelegenheit zu beweisen, dass es auch anders geht", sagte Preetz.

Zugleich aber warnte der Manager: "Mainz hat Qualität, gerade zu Hause. Sie kommen aus einer Woche, die nicht ganz so erfolgreich war. Sie wissen, dass sie zu Hause die Punkte holen müssen, deshalb werden sie mit 100 Prozent und mehr ins Spiel gehen." Im eigenen Stadion ist der FSV in der laufenden Saison noch ungeschlagen, gewann zweimal und spielte einmal remis.