Reiten

Springreiterein Simone Blum sorgt für goldenen Abschluss

Die 29-Jährige blieb in Tyron mit ihrer Stute Alice in beiden Umläufen der Einzel-Entscheidung fehlerfrei.

Foto: pa

Tryon.  Simone Blum ist neue Weltmeisterin der Springreiter. Bei den Weltreiterspielen in Tryon blieb die 29-Jährige aus Zolling mit ihrer Stute Alice in beiden Umläufen der Einzel-Entscheidung fehlerfrei und siegte vor den beiden Schweizern Martin Fuchs mit Clooney und Steve Guerdat mit Bianca. Es ist das erste deutsche WM-Einzelgold im Springreiten seit dem Triumph von Franke Sloothaak und Weihaiwej 1994 in Den Haag.

Die WM der Pleiten, Pannen und Peinlichkeiten in Tryon war noch nicht einmal vorbei, da nahm Turnierchef Mark Bellissimo seinen Mund schon wieder ziemlich voll. „Wenn wir das wieder ausrichten würden, würde es unglaublich sein? Absolut!“, sagte der schwerreiche Unternehmer überzeugt. Ob er seinen gewagten Aussagen irgendwann Taten folgen lassen darf, ist aber äußerst ungewiss – denn das Konzept der Weltreiterspiele steht mehr infrage denn je.

Weltmeisterschaften in acht Pferdesportdisziplinen an einem Ort über zwei Wochen verteilt – seit 1990 sind dies alle vier Jahre die Weltreiterspiele. Was jedoch als kleines Olympia der Reiterei angedacht ist, endete wie in Tryon schon zu oft im Fiasko. „Das ist ein organisatorischer und finanzieller Kraftakt für jeden Veranstalter“, sagte Sport-Geschäftsführer Dennis Peiler von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) am Rande der WM in North Carolina: „Bislang gab es nur die Weltreiterspiele 2006 in Aachen, die das stemmen konnten. Die anderen Ausrichter hatten richtige Probleme oder sind pleitegegangen.“

Tryon reihte sich da nahtlos ein. Im allerbesten Fall, so sagte Bellissimo, stünde nach der WM finanziell die Null. Wahrscheinlicher sind hingegen Verluste, bis zu 1,5 Millionen Dollar könnten diese betragen. Für den Geschäftsmann wären die Spiele aber auch dann ein „großartiger Erfolg“, wie er bekräftigte. Andere Interessenten schreckt dies jedoch ab. Für die nächste Ausgabe in vier Jahren gibt es noch keine ernsthafte Bewerbung.