Volleyball

Berlins Volleyball-Frauen haben die Bundesliga im Blick

Die Spielerinnen von Rotation Prenzlauer Berg wollen das weibliche Pendant zu den BR Volleys werden.

Die Frauen von Rotation Prenzlauer Berg

Die Frauen von Rotation Prenzlauer Berg

Foto: Martin Klocke

Berlin.  Der erste Auftritt in der zweiten Liga war ein Vorgeschmack darauf, was die Volleyballerinnen von Rotation Prenzlauer Berg vielleicht bald jede Woche erwarten könnte. Die Stimmung beim Auswärtsspiel in Borken war prächtig, die Halle ausverkauft. Bis vor Kurzem spielte Rotation noch vor ein paar Dutzend Zuschauern in der Berlin-Liga, doch nach vier Aufstiegen in den vergangenen fünf Jahren haben es die Berlinerinnen mittlerweile bis in die zweithöchste Spielklasse geschafft. Dort soll der Aufschwung aber nicht zu Ende sein: „In zwei oder drei Jahren wollen wir in der Bundesliga vor vollen Rängen spielen“, sagt Sprecher Jelmen Guhlke.

Seine Vision: „Wir wollen das weibliche Pendant zu den BR Volleys werden.“ Die Realität sieht noch etwas anders aus – das Spiel in Borken verlor der Aufsteiger mit 0:3. Auch für das Lokalderby am Sonnabend (18 Uhr, Schul- und Leistungssportzentrum im Sportforum Hohenschönhausen) gegen den BBSC sieht Teammanager Andreas Seidenglanz die jüngste Mannschaft der Liga – Durchschnittsalter: knapp über 20 Jahre – eher in der Rolle des Außenseiters. „Bis zum Rückspiel wollen wir dann aber die Nummer eins in Berlin sein“, sagt er.

Klub will Vorbildfunktion im Berliner Frauensport

Durch den Rückzug des Köpenicker SC aus der Bundesliga vor einem Jahr sei eine große Lücke entstanden. „Wir wollen nicht nur ein Klub für unseren Kiez sein, sondern für die ganze Stadt“, sagt Guhlke. In der Vergangenheit hatten auch der zweimalige deutsche Meister CJD Berlin (die späteren Volley Cats) und der Berlin-Brandenburger VC 68 aus finanziellen Gründen den Spielbetrieb eingestellt. „Der Frauensport hat es in Berlin nicht leicht, aber das hat uns nur zusätzlich angespornt. Wir finden, dass die Hauptstadt auch in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion hat“, sagt Guhlke.

Bei dem ambitionierten Vorhaben kann sich Rotation auf seine gute Jugendarbeit verlassen. Parallelen zum Köpenicker SC sind deutlich erkennbar – auch der KSC schaffte einst auf diese Weise den Sprung ins Oberhaus. Doch als man endlich erstklassig spielte, wurde die Jugendarbeit vernachlässigt. „Das wollen wir unbedingt vermeiden. Der Nachwuchs hat nach wie vor Priorität“, sagt Seidenglanz. Die weibliche U20 des Klubs ist amtierender deutscher Meister. Zudem ist Rotation schon jetzt der wichtigste regionale Zulieferer für den VC Olympia, das in Berlin angesiedelte Stützpunktteam des Deutschen Volleyball-Verbandes.

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