WM-QUALIFIKATION

Deutsche Frauen lösen WM-Ticket mit Kantersieg

Ungefährdeter Erfolg trotz Kunstrasen und Regen. Horst Hrubesch bleibt unerwartet einige Monate länger Interimscoach

Erfolgreich: Die deutsche Nationalspielerin Alexandra Popp (Nr. 11) prüft Anna Hansen, die Torfrau der Faröer

Erfolgreich: Die deutsche Nationalspielerin Alexandra Popp (Nr. 11) prüft Anna Hansen, die Torfrau der Faröer

Foto: Trondur Dalsgard / dpa

Die am Ende sichere WM-Qualifikationen der deutschen Fußball-Frauen war nun doch nicht der Abschied von Horst Hrubesch. Trotz des 8:0 (3:0) auf den Färöer Inseln wird der Interims-Bundestrainer auch bei den Test-Länderspielen im Oktober und November noch auf der deutschen Bank sitzen. Grund: Seine Nachfolgerin Martina Voss-Tecklenburg verpasste mit der Schweizer Auswahl durch ein 0:0 in Polen unerwartet die direkte Qualifikation für Frankreich 2019. Sie muss nun versuchen, die Schweiz in den Play-offs, die im Herbst gespielt werden, doch noch zur WM zu führen. Hrubesch hatte das Traineramt bei den DFB-Frauen nach der Trennung von Steffi Jones im Frühjahr interimsweise übernommen.

Den Umweg über die Playoffs ersparte sich das deutsche Team. Vor rund 700 Zuschauern im Nationalstadion von Torshavn trafen Lea Schüller (3.), Lina Magull (25.) und Leonie Maier (27.) vor der Pause. Nach dem Wechsel erhöhten Carolin Simon (58./73.), erneut Magull (68.) sowie Alexandra Popp (71./90.+2) ) zum auch in dieser Höhe verdienten Erfolg. Das Hinspiel hatten die deutschen Frauen 11:0 gewonnen.

15 Chancen schon vor der Pause

Der Sieg der DFB-Frauen geriet bei widrigen Bedingungen mit Regen und zehn Grad nie in Gefahr. Das schnelle Führungstor der Gäste nach einer Eckball-Variante nahm den Gastgeberinnen jeglichen Mut. Bis zur Pause spielten sich die deutschen Frauen ein Ecken-Verhältnis von 9:0 und 15 Chancen heraus. Womit sich auch das Manko zeigte: Wieder einmal haperte es bei der Verwertung der Möglichkeiten.

„Wir lassen einfach zu viele Möglichkeiten aus“, sagte Hrubesch. „Hinten stehen wir gut, haben bis auf das 3:2 in Kanada alle Begegnungen zu Null gewonnen. Aber wir hatten das Problem, dass wir für vorn nichts einstudieren konnten, weil wir immer den Druck des Gewinnenmüssens hatten. Jetzt ist der Deckel drauf, jetzt können wir etwas probieren.“

Debüt für Nicole Rolser

Nach der Pause brachte Hrubesch mit Schweers für Schüller und Nicole Rolser für Knaak zwei neue Angreiferinnen. Die 26 Jahre alte Rolser vom FC Bayern gab dabei ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft und führte sich gut ein. Unter anderen leitete sie mit einem klugen Zuspiel das 6:0 von Popp ein, die damit ihr 42. Länderspieltor markierte. Nach einem weiteren Magull-Treffer erzielte Popp ihren 43. Treffer im Nationaltrikot. „Ich hatte eigentlich die Aufgabe, noch ein paar Tore mehr zu machen. Dass mir in der zweiten Hälfte noch zwei gelungen sind, ist gut für mein Selbstbewusstsein“, sagte die Wolfsburgerin.

Ihr wie allen anderen merkte man die Erleichterung über die direkte WM-Qualifikation an. „Jetzt ist der Druck abgefallen“, meinte Magull.